FRIISK - …Un Torügg Bleev Blot Sand

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VÖ: 02.07.2021
Bandinfo: FRIISK
Genre: Atmospheric Black Metal
Label: Vendetta Records
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Lineup  |  Trackliste

Nachdem ich gelesen habe, dass FRIISK Black Metal mit friesischen Lyrics machen, hatten sie mich sofort. Ich musste reinhören und hab mich an die Rezension gesetzt. Am 02. Juli ist das Album "...Un Torügg Bleev Blot Sand" erschien, was so viel heißt wie ".. und zurück blieb blutroter Sand". Aktuell ist die neue Platte von FRIISK übrigens komplett ausverkauft. Am 16. Oktober wird die Band ihre das Album zum ersten Mal in den Niederlanden vor Live-Publikum präsentieren.

Aber was macht "...Un Torügg Bleev Blot Sand" so besonders? Nicht nur die Lyrics, die zwischen Hochdeutsch und Friesisch wechseln. Die Abwechslung und Atmosphäre in den einzelnen Titeln ist einfach außergewöhnlich gut. Beispielsweise im Song "Dem Wind entgegen" baut sich der Sturm immer wieder auf, ich habe die Zerrissenheit des Sängers quasi gespürt, aber kurz bevor das instrumentale Gewitter zu eskalieren drohte, wurde es durch sanfte Einspieler mit melodischen Gitarrenparts ausgebremst.

"Farben bedecken den Grund
 Es schlägt des Sommers letzte Stund
 Mit langen Zügen kehrt die Dunkelheit zurück
 Kalt breitet sie sich aus
 Nimmt der Sonne das Licht
 Keine Farben, nichts
 Nur Schatten"

Ab und zu gibt es auch ein paar Einspieler, in denen Texte erzählt werden. Thematisch geht es viel um negative Erfahrungen wie Angst, Depressionen oder Tod. Immer wieder war ich beim Hören zwischen Aggression und Melancholie gefangen. Der Kontrast der inneren Zerrissenheit ist auch musikalisch deutlich hörbar. Außerdem gibt es immer wieder natürlich Klänge wie Regen, ein Lagerfeuer oder die Geräusche von Raben - aber immer dezent eingesetzt.

Im Titelsong gibt es außerdem einen Gaststänger: Zingultus (NAGELFAR, ENDSTILLE). Generell gefällt mir der Gesang sehr gut. Er ist sehr emotional und doch kann man die Lyrics verstehen. Vor allem im Titelsong, wenn die Gitarren leise spielen und mit einer Erzählstimme auf Friesisch gesprochen wird - da war ich hin und weg. Einziger kleiner Kritikpunkt ist, dass sich die Lyrics hier und da doch etwas oft wiederholen. Aber dafür gibt es genug Abwechslung an den Instrumenten. Immer wieder wird mit dem Rhythmus gespielt, die Gitarren sind immer sehr melodisch und es werden bewusst Pausen gesetzt und mit der Standardsongstruktur gebrochen. 

Eine traurige Nachricht gibt es übrigens noch für Fans: J hat die Band verlassen. Das haben FRIISK auf Facebook verkündet. Allerdings haben sie bereits einen "vielversprechender Nachfolger" an der Gitarre gefunden. Ich bin also gespannt, wie es weiter geht!

 

Fazit:

Ich bin ja eigentlich gar kein Black Metal-Fan - außer es handelt sich um richtig guten Black Metal. Mit Abwechslung und Melodie. Und genau das gibt es hier! Wenn ich mir aussuchen könnte, wie ein Black Metal Album zu sein hätte, wäre vermutlich genau so. Ich kann es nur jedem empfehlen, vor allem Fans von NAGELFAR, WOLVES IN THE THRONE ROOM und SCRETS OF THE MOON.

 

Der Trailer zum Album:

 

"Dem Wind entgegen":



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Sophia Brandt (17.08.2021)

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