MÜTHERLOAD - Ü

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VÖ: 25.06.2021
Bandinfo: MÜTHERLOAD
Genre: Groove Metal
Label: Unbekannt
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Lineup  |  Trackliste

Oh du liebes Kanada, mit freundlichen Einwohnern bist du gesegnet. Man sollte aber nicht alle unter einem Kamm scheren, MÜTHERLOAD zum Bespiel sind eine Band, die sich dem unliebsamen Bösen und der Dunkelheit verschwört. Ihre Musik kann man dem Groove Metal zuordnen, mit bestialischem Growling und einem Hauch von Doom. MÜTHERLOAD bezeichnen die Menschen als Insekten, die sich in der Welt wie die Pest verbreiten – für Kanadier ziemlich unlieb.

Man denkt, dass Kanadier die freundlichsten Menschen auf Erden sind, doch, wenn es um Insekten geht, wächst der Hass in ihnen. Mit „Insects“ legen MÜTHERLOAD stark vor, die Gitarren reißen Wände nieder, die Stimme klingt bestialisch und das Schlagzeug donnert in die Trommeln groovige Beats. Von Sekunde Null wird man in alle Richtungen geschleudert, bis man nicht mehr stehen kann. Einzigartig ist das Lied schon, es gibt so viel Bewegung, dass ein Gitarrensolo nicht von Nöten ist, um die Stimmung explodieren zu lassen.

Neben all dem Hass nehmen MÜTHERLOAD sich selbst nicht zu ernst und witzeln in „Ü“ in Form eine Audiospur vom Comedyfilm „Caddyshack“ (deutsche Fassung: „Wahnsinn ohne Handicap“; 1980), kombinieren sie aber mit einer düsteren Stimmung.

Darauf folgt „Iniquity“, in dem Derek Lee (Gesang) sein Gefühl fürs Timing unter Beweis stellt. Er hat sich auf den Groove der Gitarristen eingestellt und singt auf eine komplexe Weise den Text zum Lied, das nicht einfach ist. Hier zeigt Lee sein Können und schafft die Kür mit Bravur.


Zum Teil entpuppt sich „Lamia“ als Doom-Nummer, aber nur im weitesten Sinne. Zu Beginn und im Refrain jault Lee (Gesang) ins Mikro, verfällt aber im Strophenteil seinem klassischen Growling. Die Dosierung ist genau richtig und bringt ein wenig Abwechslung hinein.

Die EP „Ü“ zeigen MÜTHERLOAD von ihrer Schokoladenseite und versüßt Aficionados der harten Groove Metalszene den Tag. Die Dynamik untereinander, die in jedem Lied auch präsent ist, macht Gitarrensoli überflüssig – im positiven Sinn. Derweil gibt es nur die EP, die schon mächtig klingt, aber das kann schnell zum Nachteil werden. Ob sie die gleiche Power in ihrem künftigen Album aufrechterhalten können, stimmt mich skeptisch. Ich hoffe, dass sie mit „Ü“ nicht ihr ganzes Pulver verschossen haben.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (21.08.2021)

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