CARCHOSA - Realms

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VÖ: 24.09.2021
Bandinfo: CARCHOSA
Genre: Thrash Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

CARCHOSA hatten wir bereits mit der selbstbetitelten 2018er Scheibe im Programm (Review hier). Auch anno 2021 handelt es sich hierbei weniger um eine echte "Band" als um ein Projekt von Multitalent Henrik Nygren, der nun mit "Realms" ein weiteres Werk im Melodic-Death-Stil mit einigen Thrash-Spritzern serviert.

Auf den insgesamt acht gebotenen Songs wird für das Genre doch gehöriger Abwechslungsreichtum abgeliefert, wobei der Knackpunkt wieder einmal der zumeist kreischende Gesang des Hauptprotagonisten sein dürfte. Die Gitarrenarbeit ist erneut vom Feinsten und auch die Soli sind schön durchkomponiert und weit weg vom plumpen Shredding.

"Menschliche" Drums scheint es auch auf "Realms" leider nicht zu geben, dies fällt jedoch nicht so ins Gewicht wie beim Vorgänger. Die schnellen Brecher wie "Xenogetic Forms" oder "Hexes Arcana" (mit schön-melodischem Growl-Chorus!) gleich zu Beginn stehen natürlich im Vordergrund. 

                  

Es gibt aber auch gediegenere Nummern wie die symphonische Nummer "Dawn Of Storms", bei dem es zur Abwechslung weiblichen Gesang von Emi Pellegrino gibt, der sich gut mit dem wüsteren Gekreische von Mr. Nygren ergänzt. Mit knapp neun Minuten einer der längsten Stücke des Albums aber mein persönlicher Favorit.

                  

Richtige Ausfälle gibt es keine, trotz der genretypischen Beschränkung macht "Realms" Laune. Im Titeltrack gibt es Akustikteile und ein eingeflochtenes James-Bond-Thema. Im neunminütigen Rausschmeisser "The Dark Veil" werden nochmals alle Register gezogen, ruhige Parts wechseln sich mit Doublebass-Attacken ab und es gibt einen sehr eingängigen Refrain. Ebenfalls sind einige Gäste vertreten, u.a. Gitarrensoli von WINTERSUNs Teemu Mäntysaari und Per Nilsson von SCAR SYMMETRY (siehe Line-up).

Wenn man sich nicht an dem zu extremen Gekreische stört (die Growls sind wesentlich erträglicher) kann man mit "Realms" durchaus seinen Spaß haben. Soundtechnisch gibt es ebenfalls beide Daumen nach oben. Die angesprochene Zielgruppe sollte durchaus ein oder zwei Ohren riskieren.

                  

 

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (27.12.2021)

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