COGNOS - Cognos

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VÖ: 22.10.2021
Bandinfo: COGNOS
Genre: Progressive Death Metal
Label: (undefiniert)
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Lineup  |  Trackliste

Die letzten Monate lagen so viele großartige Alben ambitionierter Prog-Metal-Bands auf meinem digitalen Schreibtisch, dass diese Band hier, COGNOS mit dem gleichnamigen Erstling, an genau diesen Kostbarkeiten wie „Void“ (LUNA´S CALL) oder „The Denisovan“ (BEFORE & APACE) gemessen wird. Die Latte liegt hoch.

Okay, der Bandname COGNOS ist an das lateinische Verb cognoscere angelehnt. Erfahrt also selbst, liebe Leser*innen bzw. Hörer*innen, ob die Band dieser Zueignung zu entsprechen vermag.

Grundsätzlich finde ich es wohltuend, wenn ein Prog-Album sich mit einem Intro langsam an Hörer*innen anpirscht. COGNOS schneiden mit 3:00 instrumentaler Ausformung in diese Presche. Klingt, als würde ein UFO im alten Ägypten landen.

Orb“: Gutes, abwechslungsreiches Lied mit teilweise ungeraden Takten und einer Menge Riffs. Der Gesang mit seinen Obertönen löst bei mir Gänsehaut aus und das nicht im positiven Sinne. Diese Wechsel zwischen Forte und Piano finde ich persönlich erfrischend. 



Pharos“: Hm, das ausgedehnte Intro ist mir zu offensichtlich, was progressive Ausformung betrifft. Viele Takt-, Tempi- und Riffwechsel sind an sich noch nicht das richtige Rezept. Der cleane Gesang samt dezenter musikalischer Unterfütterung locken mich eher hinter dem warmen Ofen hervor.

Cometary's Walz“: Gut, hierbei passt das Intro, wenngleich es nicht sonderlich innovativ daherkommt. Die beiden Sänger ergänzen sich gut. Das Schlagzeug ist mir leider zu oft eine eindimensionale Hau-auf-die-Snare-Sache.

Light Years Coral“: Ist ein ruhiges Intermezzo, das daher rauscht wie sanfte Wellen in deren Glitzer Meerjungfrauen ihr Abendlied anstimmen.

Plenary Void“: Geht bei mir nicht als Prog-Metal-Nummer durch. Zu offensichtlich, zu oft gehört wurden diese Power-Chord-Abläufe, eher als Heavy-Metal-Nummer, die zwar nicht schlecht ist, jedoch keine Akzente zu setzten weiß.

Hierarch“: Das Intro samt vertrackter Rhythmen geht in Ordnung, vor allem überrascht der Gesang zu Beginn. Die Forte-Passagen finde ich wieder zu eingängig, zu offensichtlich, dieses permanente Changieren zwischen Forte und Piano sowohl was Gesang, aber auch musikalische Ausformung betrifft, finde ich wiederum gut gelungen.

If Skylines Collides“: Ein 1:57-minütiges Lied, das instrumental in den Äther strömt. Es ist an sich nicht schlecht, nur, wenn ein Lied „If Skylines Collides“ heißt, erwarte ich mir irgendeinen Bruch, oder ist es nur ein Ineinanderströmen verschiedener Luftschichten, sozusagen die Ruhe vor dem Sturm, unspektakuläre Thermodynamik?

Tririzon“: Hm, nichts Neues im, ja was eigentlich, Westen, Osten, Norden Süden? Die Band legt Wert darauf, geographisch nicht verortet zu werden, was immer das bedeuten mag. Das Internet, das bekanntlich alles weiß, spuckt nicht gerade viel über diese Band aus. Meiner Meinung zu offensichtlicher Mid-Tempo-Metal, dem es an Ideen mangelt. Der Vergleich, laut Pressetext, mit OPETH und derlei Kapazunder scheint etwas zu hoch gegriffen.

Monolitheor“: Dieses eineinhalb minütige schleppende Intro geht in Ordnung, wobei es nicht abträglich gewesen wäre, ein cooles Gitarren-Solo darüberzulegen. Die Power-Chord-Passagen und der Gesang sind dann aber wieder zu abgeschmackt, sogar das Gitarren-Solo ist von einer technischen Schlichtheit, dass es nicht weiter aufgefallen wäre, wenn es nicht existierte.

Fazit: Leider wurde ich mit diesem Album nicht richtig warm. Meine Vermutung ist, dass die technischen Möglichkeiten der Protagonisten eher im beschränkten Ausmaß vorhanden sind und gebe Dany Carey recht, der meinte, ohne technische Raffinesse sei eine Umsetzung von außergewöhnlichen musikalischen Ideen nicht möglich. Das heißt aber nicht, dass das Album grundsätzlich schlecht ist, ich würde es aber nicht in die Riege von Progressive Death Metal mit anderen hervorragenden Bands stellen wollen.
Außerdem hätte ich mir gewünscht, wenn generell mehr Infos über diesen Longplayer zu Verfügung gestellt würden, denn bei Wörtern wie „Pharos“ und „Tririzon“ klingelt es natürlich, ich dachte sofort an ein Konzept-Album, das altägyptischen Mythen gewidmet wurde, leider waren ferner die Texte nirgendwo zu finden. Schade.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Richard Kölldorfer (18.10.2021)

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