DIRKSCHNEIDER & THE OLD GANG - Arising

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VÖ: 27.08.2021
Bandinfo: DIRKSCHNEIDER
Genre: Hard Rock
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

Nachdem U.D.O. mit ACCEPT-Material unter dem Banner DIRKSCHNEIDER auf (Abschieds-)Tour (von ACCEPT-Songs) gingen, wurde eine etwas hüftsteife Kollaboration mit dem Musikkorps der deutschen Bundeswehr in den Ring geworfen – und nun tut sich der German Tank mit den Ex-ACCEPTlern Kaufmann und Baltes zusammen, um in Form von DIRKSCHNEIDER & THE OLD GANG (im weiteren kurz: DATOG) nochmal etwas Neues zu starten. Dass Sohnemann Sven Dirkschneider (an den Drums) an Bord ist, überrascht dabei genauso wenig, wie auch die Tatsache, dass mit „Where Angels Fly“ ein Überrest aus der Musikkorps-Session zu Veröffentlichungsehren kommt.

Die vorliegende EP „Arising“ ist zwar mit drei Songs nicht unbedingt umfangreich, doch das hehre Motiv, dass die Einnahmen der Scheibe der seit Beginn der Pandemie schwer gebeutelten und fast vollständig ohne Lebensgrundlage dastehenden Technikern, Stagehands, usw., zugutekommen, darf äußerst lobend hervorgehoben werden.

Wer aber dem Trugschluss auflag, dass DATOG ihren gewählten Bandnamen wörtlich nehmen würden und frisches Liedgut nach alter Tradition schmieden würden, der wird von „Arising“ vermutlich enttäuscht werden. Denn die Titel sind trotz starker und sehr abwechslungsreicher Vocalperformance (nebst Heliumschreihals Udo himself, kann man auch dem warmen Timbre von Baltes und der melodischen Stimme von Manuela Bibert lauschen, welche vom Musikkorps zur alten Gang stieß), sehr melodisch, sehr glatt und durch die Bank massenkompatibel. Zwar startet „Face Of A Stranger“ mit ein bisschen 80er-Touch, doch spätestens mit dem glattgebügelten Refrain ist die Luft irgendwie draußen. „Every Heart Is Burning“ schlägt ohne größere Unterscheidungsmerkmale in exakt die gleiche Bresche und die abschließende Halbballade „Where The Angels Fly“, die zuvor bereits vom Musikkorps der deutschen Bundeswehr veröffentlicht wurde, schraubt den Kitschfaktor merklich in die Höhe, bis in radiotaugliche Gefilde. Leider bleibt von den komplett glattgebügelten Songs so nicht wirklich etwas hängen, dass man die Titel, kaum gehört, auch schon wieder vergessen hat.

Abgesehen von obig erwähnter großer Geste, die Einnahmen an die von der Pandemie schwer getroffenen Crew zugutekommen zu lassen, bietet „Arising“ unterm Strich keine großen Anreize. Komplettisten mögen auf ihre Kosten kommen, ansonsten bietet DATOG hier einfach musikalische Stangenware, die auf Konsens getrimmt ist und niemandem wehtut. Besser auf den nächsten U.D.O.-Output oder die nächste DIRKSCHNEIDER-Ehrenrunde warten...

 



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Anthalerero (04.09.2021)

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