SACRIFIX - World Decay 19

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VÖ: 07.04.2021
Bandinfo: SACRIFIX
Genre: Thrash Metal
Label: Thrash Or Death Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Letztens schwärmte ich noch von den Brasilianern und deren Talent, dreckigen Thrash Metal zu spielen, doch bei SACRIFIX endet die Schwärmerei. Bei „World Decay 19“ tun sich mehrere Baustellen auf, die man mit Teamwork verhindern hätte können.


Frank Gasparottos Gesang klingt, als hätte er eine feuchtfröhliche Nacht hinter sich. Mit heiserer Stimme, ohne jegliche Power dahinter, schiebt er am Mikrofon eine relative ruhige Kugel. Doch das ist kein Mit-dem-falschen-Bein-aufgestanden-Fall, sondern sein Gesangstil. Im ganzen Album zieht er das müde Hauchen durch – für Thrashfans heißt das: mehr mau als wow.  Die holprigen Formulierungen sind auch nicht das Gelbe vom Ei: “In search of rest and relieve – he tried to kill himself, but no one seems to care – what the hell.” In Kombination mit seiner faden Stimme, kommen die letzten drei Worte merkwürdig rüber, da fragt man sich wirklich: Was zur Hölle.


In „Living Hell“ sind Gitarrenriffs nicht schlecht, nur wären sie in einem schnelleren Tempo besser. Da konzentriert sich SACRIFIX mehr auf den Bass, der fetzige Bassline spielt, aber zusammen mit der Gitarre lahmer klingt als er tatsächlich ist.


„Pain“ ist auch so eine Sache, bei der es hakt. Wenn das Schlagzeug im Solopart ein Zahn zulegt, macht die Gitarre schlapp und der Höhepunkt des Ganzen klingt so müde, wie der Gesang selbst.
Erst zum Schluss dreht SACRAFIX auf, wenn der Schlagzeuger ordentlich Druck macht und die Gitarren im schnellen Tempo nach vorne prescht. Gasparotto (alle Instrumente) wacht endlich auf, singt kräftiger als zuvor, doch das hält sich auch in Grenzen.


Ein Album in Eigenregie kann hervorragend funktionieren, nur manche haben das Talent nicht dazu. Gasparotto zeigt bei Gitarrenriffs und Basslines gute Ansätze und das, was man am Schlagzeug hört ist auch nicht schlecht. Manchmal ist es nicht gut, alles im Alleingang auf die Beine zu stellen, stattdessen wäre bei „World Decay 19“ besser gewesen mehr Input von anderen Musikern miteinfließen zu lassen.

 



Bewertung: 1.0 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (06.09.2021)

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