MENTALIST - A Journey Into The Unknown

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VÖ: 20.08.2021
Bandinfo: MENTALIST
Genre: Melodic Metal
Label: Pride & Joy Music
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Lineup  |  Trackliste

MENTALIST haben bereits 2020 ihr Debüt "Freedom Of Speech" rausgehauen und legen nur ein Jahr später mit ihrem Zweitwerk "A Journey Into The Unknown" nach. Die aus Saarbrücken stammende Kombo dürfte vor allem durch zwei prominente Namen auffallen. Auf der einen Seite Sänger Rob Lundgren, der schon länger seine Kreise auf Youtube zieht und natürlich Drummer Thomen Stauch, der über viele Jahre hinweg bei BLIND GUARDIAN unterwegs war. Musikalisch befinden wir uns im Bereich des melodischen Metals mit Power Metal Einflüssen, die irgendwo zwischen HELLOWEEN und IRON MAIDEN (Ja, IRON MAIDEN ist kein Power Metal, ich weiß) liegen. 

Das kurze Intro "Horizon" setzt auf eine stimmige und zugleich epische Atmosphäre, die uns mit Spannung in den Opener aka Titeltrack befördern soll. "A Journey Into The Unknown" ist ein Opener wie man sich ihn für ein Album aus dem Genre wünscht. Diverse Tempowechsel, eine Bridge, die ordentlich Spannung für die Hook aufbaut und letztlich ein ohrwurmlastiger Chorus, der gut und gerne an "Keeper"-Zeiten aus der HELLOWEEN Ära erinnert. Rob Lundgren ist so oder so wie gemacht für dieses Genre und trägt das Ganze mit Leichtigkeit auf seinen Schultern, obgleich ich in keinster Weise die Instrumentalisten kleinreden möchte. Besonders gut gefällt mir der Umstand, dass MENTALIST die Hook gen Ende nochmal etwas abändern, was dem Song einen netten Twist verleiht. "Modern Philosophy" beginnt gediegen und bedient sich durchaus bei IRON MAIDEN, was den Aufbau des Songs angeht. Der Kickstart könnte gut und gerne aus einem Song der britischen Legenden stammen. In den Strophen fühle ich mich etwas an GAMMA RAY erinnert und man könnte den Eindruck gewinnen, dass MENTALIST eine Fusion aus diversen Bands aus dem Genre darstellt, ohne einen eigenen Charakter zu finden. Das wäre mir aber zu leicht, denn die musikalische Darbietung findet durchweg auf sehr hohem Niveau statt und gerade das Genre des Melodic Metals tut sich ohnehin schwer, mit den ganz großen Innovationen aufzutrumpfen. Hier bleibt alles sehr traditionell, liefert dafür aber auch Qualität ab. "Evil Eye" knallt in den Strophen mit Uptempo nach vorn, während die Hook das Ganze eher bremst, dabei aber eine tolle Dynamik und Rhythmik entwickelt, die mich ein stückweit an ein Projekt aus Thomens Vergangenheit erinnert, SAVAGE CIRCUS. "Dentalist" ist dann tatsächlich mal eine Nummer, die total "goofy" daherkommt und durchaus an den Humor von manchen HELLOWEEN Songs zu erinnern weiß. Wer sich an dem zwinkernden Auge nicht stört, der wird viel Spaß mit der Nummer haben. Zum Schluss möchte ich mit "Torture King" meinen persönlichen Favoriten hervorheben, der erneut viele Tempowechsel bietet und insgesamt mit einem guten Energielevel aufwartet. Gerade der epische Chorus setzt dem Song die Krone auf und liefert in seiner Abwandlung am Ende ein dickes Ausrufezeichen, das jeden Fan des epischen Power Metals mehr als nur zufriedenstellen wird. 

"A Journey Into The Unknown" ist ein konsequenter Weg, den MENTALIST hier eingeschlagen haben nach ihrem Debüt. Auf große Überraschungen wartet ihr hier vergebens und sicherlich wird sich das Werk nicht in die Geschichtsbücher eintragen nach dem Motto "Magnum Opus", aber das muss es auch nicht. Es ist solide in dem, was es sein will: Ein buntes Potpourri aus diversen Genregrößen. Wer also mal leichte Kost in sich aufnehmen möchte, die sich auf einer Welle aus Nostalgie bewegt, der ist bei MENTALIST an der richtigen Adresse!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Sonata (08.09.2021)

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