SCAPEGOD - Dystopia

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VÖ: 06.08.2021
Bandinfo: SCAPEGOD
Genre: Black / Death Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Für das Debüt kann man sich ruhig mal Zeit lassen – zumindest, wenn man nach SCAPEGOD geht, die bereits 2015 im Pinzgau aus dem finsteren Schlund der Berge krochen. Für das neun Songs starke Erstwerk hat sich der auf den Bühnen der Region bereits sattsam bekannte Vierer nämlich ganze sechs Jahre Zeit gelassen, ehe sich nun „Dystopia“ (wir berichteten von der Releaseshow...) am Plattenteller des Rezensenten drehen kann. Musikalisch bewegen sich die Salzburger dabei irgendwo zwischen kantigem Death, hämmerndem Black und dezenten, groovigen Death'n'Roll-Einflüssen.

Nach dem beklemmenden Intro, das gleichzeitig als Titeltrack fungiert, geht es bei „Aborted Sun“ mit groovendem Riffing und pumpenden Drums los. Bei „Seeds Ov Evil“ schimmert eine leichte schwarzmetallische Note durch die ansonsten eher modern gehaltenen Gitarren, was man auch im ähnlich gelagerten, aber deutlich blackiger orientierten „We Made God“ bemerken kann, das kernige Schwarzmetall-Raserei und eine getragen angeschwärzte Bridge mit ein paar saftig-modernen Passagen kombiniert. „Cold Blooded Cold Leaders“ und „Death Comes From The Sky“ geben die lässigen, letzteres den fast rockigen Groover – ein Muster, das auch von „Scrapyard“ aufgegriffen wird, aber um deutlich kantigere Gitarren ergänzt wird. Das zäh stampfende „Roots Ov Evil“ wälzt sich dafür oldschool, streckenweise fast schon doomig-düster aus den Boxen und das abschließende, ausladende und gar hymnische „Count To Sick“ lässt zuletzt noch einmal ordentlich die (schwarze) Sau raus.

SCAPEGOD liefern mit „Dystopia“ ein grundsolides, handwerklich hochwertiges Album ab, das mit vielfältigen stilistischen Einflüssen, von Death Metal über Black Metal bis hin zu groovig-rockigen Einschüben punkten kann und dank seinen eher modern gehaltenen Strukturen auch den Freunden nicht so puristischer Soundkost munden sollte. Die ein oder andere strukturelle Ähnlichkeit der Songs untereinander bleibt naturgemäß nicht aus, doch SCAPEGOD variieren ihren ohnehin genretechnisch sehr breit aufgestellten Sound gerade weit genug, dass sich in dem ansonsten sehr homogenen Album keine Langeweile einstellt. Eine runde, 40-minütige Sache, zu der man auch gerne heftiger das Köpfchen nickt!

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Anthalerero (13.09.2021)

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