DEATH RISING - Lovepoems & Hatetirades

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VÖ: 15.10.2021
Bandinfo: DEATH RISING
Genre: Death Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Eine Runde Todesblei gefällig? DEATH RISING aus Oberösterreich konnten bereits 2017 mit ihrem Debüt „We Are The Rotten“ beim Kollegen Ennser ordentlich Eindruck schinden. Jetzt gibt es endlich den Nachfolger auf die Nüsse, der den Titel „Lovepoems & Hatetirades“ trägt. In den vergangenen Jahren haben die Laakirchner die Gitarrenfront komplett ausgetauscht – für Mex Angerler (der inzwischen bei AS GOD CREATED die Sechssaitige würgt) und Chris Munter sind Daniel Reitinger (DREAM X AWAKE) und Robin Grabenberger (DEAD TERRITORY) dazu gestoßen. Und eins gleich vorweg – das hat der bereits auf dem ersten Album lobend hervorgehobenen Gitarrenarbeit überhaupt nicht geschadet, eher im Gegenteil! Die beiden Gitarristen ergänzen sich bestens und spielen sich (auch live) die Bälle nur so zu.

So beginnt das Album nach einem epischen Intro gleich mit einem ordentlichen Brett in Form von „Black Widow“, das kompromisslos drauflos rifft. „Made Of Ice“ hinterlässt eine deutliche Thrash-Duftmarke und schraubt dem Hörer knackig-kurz mit Vehemenz und geiler Gitarrenarbeit den Schädel von den Schultern – auch die eingestreuten, rauen Clean Vocals zwischen herrlich hasserfülltem Gegrunze fügen sich ziemlich gut ein. Im Verlaufe des Albums hauen einem DEATH RISING die Riffs nur so um die Ohren, dass einem Hören und Sehen vergeht – egal ob beim groovenden „Stormbringer“, im schweren, kräftig ins Gebälk fahrenden Midtempo-Todesblei-Style von „Pervitin“, mit bis zum Anschlag durchgetretenem Gaspedal wie in „When The Blade Slides In“ und „Dead Enemy“, rollenden Gitarrenwänden des Todes („The Velour“) oder zackig-kantig dahinrumpelnd in „Internal Screams“ und „Dead Sluts Are Easy“ (großartiger Titel, btw!).

Getragen und in gemächlichem Tempo kommt das ausladende „Another Love Poem“ daher, die DEATH RISING-Variante einer Ballade und – Überraschung! - dank Schreihals Daves lässig-rockigen Clean Vocals und der erneut bockstarken Gitarrenarbeit kommt das Ding richtig gut – wenn auch vielleicht eine Komprimierung der Spielzeit, gerade gegen Ende hin, unterm Strich nicht geschadet hätte. Am stärksten sind die fünf Laakirchner immer, wenn sie abwechslungsreich agieren, entweder mit einer Mischung aus Clean Vocals und infernalischem Gebrüll („Drowned In The Sun“), oder wenn brutales Slashen im Midtempo auf eskalative Gitarrenabfahrten trifft, wie in „Black Seed Of Demonic Sin“. Mal gibt es mit lockerer Hand die Thrash-Keule voll auf die Zwölf  („Death Heads“), dann überrascht wieder ein lässig-rockiger Song, in rauem Cleangesang vorgetragen und mit Akustik-Intro und -Outro („Bleeding Romeo“).

In „Blinded By The Red Light“ gehen DEATH RISING mit sehr melodischem, modernem Riffing zu Werke, woraus ein zackiger Song mit richtigem Ohrwurmpotenzial entsteht, der kurz und knapp auf den Punkt agiert. Die abschließende deutlich eingekürzte Akustik-Version von „Another Love Poem“ beinhaltet dank Daves rauer Stimme einen fast schon obszönen Touch, was für einen stimmigen Abschluss des Albums sorgt.  Äußerst effektvoll dahinter gesetzt erweist sich das Outro, das den vorhergehenden Song schlüssig fortführt – was in dieser abgespeckten und geteilten Form deutlich besser funktioniert, als die unterm Strich etwas zu lange „normale“ Version.

DEATH RISING treffen das Thema ihres Albums „Lovepoems & Hatetirades“ zu 100% - zwischen verstörender Romantik und hasserfüllter Weltkriegs-Thematik liefern die Oberösterreicher ein extrem abwechslungsreiches, aber in sich schlüssiges und extrem ausgefeiltes Werk ab. Starke, organische Produktion, die nicht zu klinisch, aber auch nicht zu dreckig klingt, rundet das äußerst starke Zweitwerk der Laakirchner ab – das variantenreiche, mit thrashigen und klassisch-metallischen Einflüssen garnierte Todesblei wird dank der bockstarken Gitarrenarbeit und starken Akzenten der Rhythmusfraktion auch bei über einer Stunde Spielzeit nie langatmig. Chapeau!

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (08.10.2021)

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