FOUR STROKE BARON - Classics

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VÖ: 01.10.2021
Bandinfo: FOUR STROKE BARON
Genre: (stilübergreifend)
Label: Prosthetic Records
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Lineup  |  Trackliste

Kirk Witt und Matt Vallarino sind die Protagonisten hinter FOUR STROKE BARON. Conclusio des Pressetextes: Toxic Twins des 21. Jahrhunderts lassen ihren dritten Longplayer auf die Menschheit los: „Classics“. Mastermind Devin Townsend nahm FOUR STROKE BARON unter seine Fittische, soweit das möglich ist. Um es kurz zu fassen, klassisch klingt hier wenig.

Erste Frage: Nach einer eingehenden metallurgischen Untersuchung bezüglich qualitativer bzw. quantitativer Zusammensetzung, welcher Gattung ist dieses Opus zuzuordnen? Keiner. Soviel mit bekannt ist existiert Synthesizer Metal nicht, bzw. Gratulation FOUR STROKE BARON kreierten ihn hiermit. Ist Synthesizer Pop Metal eine logischere Variante? Mad Dog Synthesizer Pop Metal? Sei´s drum.

Ich kann mich nicht daran erinnern, eine derartige Konstellation gehört zu haben. Der Sänger (bzw. Gitarrist), Kirk Witt, intoniert, als wolle er das Banner von TEARS FOR FEARS hochhalten, denn daran erinnert sein Gesang. Der Schlagzeuger, Matt Vallarino, versieht seine Arbeit wie ein klassischer Metal-Schlagzeuger und die elektronischen Intermezzos, nein es geht über Intermezzos hinaus, ergeben eine Malaise, die das Reinheitsgebot nicht zu erfüllen vermag. Der gediegene Metal-Liebhaber würde hier womöglich die Exkommunikation aussprechen, sogar den Scheiterhaufen entzünden wollen, damit würde aber viel verloren gehen, die Vielfalt ausgedünnt werden.

Der Sound ist schräg bis gewöhnungsbedürftig.

Bei „G.O!“ nähern sich FOUR STROKE BARON klassischer Ausformung am nächsten, obwohl vor allem zu Beginn die Takte so ungerade sind, dass ich des Zählens müde wurde und ja, es ist ein gelungenes Lied: Verwegen, mit gutem Spannungsbogen und es beschert Lust, genau hinzuhören.

Bei „Friday Knight“, hallo Wortspiel, fiel mir zum ersten Mal auf, dass ich den Gesang eigentlich gerne variantenreicher gehabt hätte. Na ja, die divergente musikalische Ausformung, macht dieses kleine Manko wieder teilweise wett.



Das letzte Lied, das letzte Rätsel: „Russian Thought Experiment (ft. NXOV)“. Heast, was wollt ihr von mir FOUR STROKE BARON? Nein, im Ernst ich finde das Lied bizarr, obgleich gelungen. Der Zauber ist schwer zu erklären. Einfach anhören.

Abschließend sei gesagt, dass ich Synthesizer im Metal immer verdammte, mittlerweile bin ich aber altersmilde geworden und finde diese Variation ist  eine annehmbare. 

Fazit: Insgesamt würde ich „Classics“ als gelungen Album bezeichnen. Die Schlagzeug- bzw. Gitarren-Arbeit geht in Ordnung, das heißt gute, schwere Riffs und satter Sound. Ich weiß nicht, ob das Drumherum sein hätte müssen, ob die Platte mit klassischer Aufstellung (Gitarre(n), Bass, Schlagzeug) ebenfalls funktionieren würde. Dazu müsste ich das Ganze eine Weile reifen lassen.

In zumindest fünf Jahren werde ich dieses Album ein weiteres Mal genauer durchhören und eine zweite Meinung einholen. Der Kellereimeister von Caduceus Cellars wird mir dazu tatkräftig zur Seite stehen, versicherte mir Maynard James Keenan, haha.
 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Richard Kölldorfer (27.09.2021)

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