MALIGNAMENT - Hypocrisis Absolution

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VÖ: 24.09.2021
Bandinfo: MALIGNAMENT
Genre: Black Metal
Label: Primitive Reaction
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Lineup  |  Trackliste

Ich bin der Schrecken, der die Nacht durchflattert! Ich bin das Schwefelholz unter deiner Kirchenbank! Ich bin Darkw... MALIGNAMENT!


Wer ist diese Schwarzheimertruppe aus Finnland? Der Packungsbeilage nach handelt es sich um ein Duett, über das keine weiteren Informationen preisgegeben werden. Die Encyclopaedia Metallum nennt einen gewissen Grond (eine Personalie aus dem finnischen [BM-]Untergrund) als Drummer, die sozialen Netzwerke üben sich im Schweigen und der Gesichtsbuch-Daumen-Zähler zeigt 184 (Stand: 19. September 2021). Wie es scheint, haben wir mal wieder einen waschechten Anwärter auf den Trveness-Award 2021 vor Ohren - dessen Chancen auf denselben allerdings rapide den Bach hinunter plätschern werden, wenn der nachfolgende Lobgesang auf das Debütalbum "Hypocrisis Absolution" verklungen ist.

Denn wenn diese Scheibe eine Sache ist, dann zu genial, um ungehört im Untergrund herumzugammeln. Sie ist erdig, grantig, melodiös und für BM-Verhältnisse schon fast unverschämt reich an Earcatchern. Sie vermengt norwegische Wirbelstürme mit schwedischer Melodie-Finesse und finnischer Blutrünstigkeit. Erhabene Leads à la DARK FUNERAL geben sich die Hand mit überschäumendem Kriegerpathos und dezentem Wikinger-Flair ("Call To Arms"). Polnische Nebelschwaden paaren sich mit sägenden Gitarren (vgl. MGŁA, "Like Rats They Followed", "Storm And Chaos Within") und zum Absch(l)uss gibt's einen nahezu Thrash'n'Roll-igen Rausschmeißer ("Bloodlust And Immortality"), in dem der Sänger neben geübtem Gekeife mit einer natürlichen Stimme brilliert, mit der er auch ohne Mühe das Rock'n'Roll-Genre oder die dreckigsten Untergründe im Heavy Metal bedienen könnte - d.h., wenn die betreffenden Zeilen ebenfalls vom Fronter vorgetragen werden, worauf man mangels genauerer Infos nur spekulieren kann. Dazu überzeugen MALIGNAMENT mit einem spannenden Songwriting, das die acht Tracks wie im Flug vorbeirauschen und nach mehr gieren lässt sowie mit einer organischen, aber nicht zu rumpeligen Produktion.

Damit erweist sich "Hypocrisis Absolution" als angenehme Überraschung in einem undurchsichtigen Sumpf voll drittklassiger Stangenware. Die nicht offiziell benannten Mitglieder dieser Combo machen gewiss keine Witze, spielen sich höchstwahrscheinlich nicht an den Brustwarzen rum und sind ganz sicherlich nicht Dani Filth. Ihr Debüt ist ein bombiger Einstand und ein Album, das nahezu alle Qualitäten der gängigen BM-Subkontinente miteinander verbindet und obendrein mindestens 172 der 101 Black-Metal-Gesetze minutiös einhält. Wenn sich die Truppe von dieser profunden Grundlage aus noch ein Stückchen weiterentwickelt, steigt ihr Like-Zähler bestimmt auf 250, woraufhin die phantomesken Bandmitglieder mangels Mainstream-Ambitionen ein neues Underground-Sideprojekt gründen müssen, das keiner kennt und das bestimmt genau so famos wird wie MALIGNAMENT. Ich freue mich jetzt schon drauf!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (23.09.2021)

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