NAHTRAM - Forest Of Eternal dawn

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VÖ: 27.08.2021
Bandinfo: NAHTRAM
Genre: Melodic Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Wer NAHTRAM von seinem Erstlingswerk "An Ominous Journey" kennt, dem muss man ja nichts mehr über die intensive instrumentale und cineastische Bandbreite erzählen, von der wir sprechen, wenn wir uns an dem Nachfolger "Forest Of Eternal Dawn" gütlich tun. Für all diejenigen, die hier quasi noch jungfräulich hereinstolpern: NAHTRAM besteht aus einem (EINEM) Musiker/Künstler/Komponisten/Multiinstrumentalisten, der - vollkommen gesangslos, abgesehen von ein paar choral-epischen Einschüben - sich detail- und abwechslungsreicher episch-cineastischer Instrumentalmusik mit symphonischen und gleichermaßen metallischen Einschlägen verschrieben hat, die auf hohem spielerischen und kompositorischem Niveau und durchgehend stimmig ankommt, ohne sich dabei zu verknoten, oder zu sanftmütig dahin zu plätschern. 

Wie auch bei NAHTRAMs Debut wird bei "Forest Of Eternal Dawn" mit Zuhilfenahme aller gültigen Regeln der Kunst ein kraftvolles und vor allem emotional-stimmungsvolles musikalisches Bild erzeugt, das sich durch die ganze Scheibe zieht. Von partiell angeführten Double-Base-Gewittern über choralen Einsatz bis hin zu den gefühlt noch besser ins Gesamtwerk eingebauten E-Gitarren-Linien bietet die Scheibe alles. Dabei ist kein einziger Song gleich oder auch nur ähnlich aufgebaut. Wo einerseits eher brachial mit ordentlich Drums begonnen wird, schleicht es sich woanders fast schon melancholisch-düster mit einem Keyboard/Piano-Akkord in den Song, andernorts wird auf easy-going Bombast gesetzt und mit Chor-Hintergrund gearbeitet und wieder woanders werden hochwertig und nicht überstolperte Gitarrenlinien angesetzt, um den Spannungsbogen durchgehend hoch zu halten. Und dabei wurden die teils akustisch, fast schon spanisch anmutenden Klänge oder ein fast schon ins Jazzige abdriftende Part noch gar nicht erwähnt. Wenn es also um (stets vollkommen stimmig ins Gesamtgebilde passenden) Einfallsreichtum geht, ist NAHTRAM ganz vorne mit dabei. 

Das symphonisch-erzählende Element scheint noch mal etwas höher gesetzt, auf Versiertheit und Abwechslungsreichtum über die Songs hinweg (mal keltisch, mal düster, mal mit erhebender Weite) wird auf "Forest Of Eternal Dawn" noch mehr Fokus gelegt. Verglichen zum Erstling finden wir hier einen gefühlt größeren Epic-Anteil vor, der wohl auch dadurch entsteht, dass der "Metal-Part" noch gekonnter und fließender in die Kompositionen der Songs einfließt. Alles in allem liegt hier ohne Zweifel eine weitere Steigerung vor, die sich wirklich, wirklich hören lassen kann. Durch die (absolut nicht fehlenden) abstinenten Vocals zudem ein zeitloses und gefühlt auch endloses Hörerlebnis, das schön Stimmung und Feeling erzeugt und quasi durchaus ein musikalischer Begleiter für alle Lebenslagen sein kann - oder den Zuhörer zum Hauptcharakter in einem erlebnisreichen Kopfkino-Abenteuer werden lässt. Denn wenn NAHTRAM eines kann, dann mit Musik Bilder erzeugen. Erneut eine uneingeschränkte Empfehlung meinerseits!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Lisi Ruetz (21.09.2021)

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