COGNIZANCE - Upheaval

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VÖ: 24.09.2021
Bandinfo: COGNIZANCE
Genre: Technical Death Metal
Label: Prosthetic Records
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Lineup  |  Trackliste

Das Interesse an den UK-Deathern von COGNIZANCE ist wohl seit Mai 2021 gestiegen: damals wurde bekanntgegeben, dass der Österreicher David Diepold, der bei COGNIZANCE die Felle gerbt, bei der deutschen Prog-Death-Institution OBSCURA einsteigt. Grund genug, sich die Stammband des Deutschlandsbergers (Steiermark represent!) mal genauer anzuhören. Und wie der Zufall halt so spielt, haben COGNIZANCE derzeit mit „Upheaval“ ihr zweites Album am Start.

Also nichts wie rein in die gute Scheibe, „Hymns“ ist schon mal ein feiner Start: treibender, technisch hochwertiger Thrash Death wird hier geboten, mit für das Genre eher ungewohnten, bitterböse tiefen Growls. Die technischen Feinheiten gemixt mit den Growls und den ab und zu vorkommenden Oldschool-Riffs lassen zunächst an eine Mischung aus ALLEGAEON und UNLEASHED denken. Das folgende „Drifting (R)evolution” hat dann eine düstere Intensität, die gemeinsam mit dem unbarmherzig bösen Ende an die großen CATTLE DECAPITATION erinnert. Etwas simpler gehen COGNIZANCE es dann mit „Decaying Gods“ an, einer brutalen Death Nummer mit melodischen Leads, die aber nicht ganz so spannend daherkommt.

Dafür haben es die folgenden Tracks in sich: „Oneiric“ ist ganz feiner Düster-Thrash-Death, während „The Mouth Which Cannot Speak“ mit komplexem Riffing einerseits an PSYCROPTIC erinnert, und andererseits (vor allem wo das Tempo zurückgenommen wird) eine ziemliche REVOCATION-Atmosphäre bekommt. Aber der unterschiedlichen Einflüsse nicht genug, „Forbidden Alchemy” geht dann kurz in melodische Schwarzmetall-Gründe wildern, bevor „Syntheticus I – Atrophy“ technischen Metal der REVOCATION-Schule mit Haudruff-Thrash a la DEADBORN mischt.

Der Rest der Scheibe kann dann nicht ganz mithalten, „Syntheticus II – Refuge“ und „Fever Dream“ stechen nicht gerade heraus, erst das abschließende „Aeon Sickness“ mit seinem stampfenden Groove der in düsteres Speed-Geprügel ausartet kann dann nochmal aufzeigen. Warum Diepold von OBSCURA ausgewählt wurde, wird beim Hören von „Upheaval“ klar – das Drumming ist technisch stark und abwechslungsreich, was den einzelnen Songs immer wieder ein zusätzliches Flair gibt. Aber auch die anderen Musiker brauchen sich nicht zu verstecken, an den technischen Fähigkeiten scheitern COGNIZANCE definitiv nicht.

Insgesamt braucht sich „Upheaval“ nicht vor anderen Veröffentlichungen in diesem weirden Jahr der Pandemie verstecken, die Songs sind zum Großteil fein gelungen, sowohl für die klassisch Death-lastigen Kollegen als auch für die progressiv-technisch interessierten Fans wird hier genug geboten. Zum letzten Schliff fehlt dann die Klasse über die gesamte Album-Spielzeit noch ein bisschen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Luka (22.09.2021)

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