SOCIAL DISORDER - Love 2 B Aated

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VÖ: 18.06.2021
Bandinfo: SOCIAL DISORDER
Genre: Melodic Hardrock
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

Manche Veröffentlichungen verlaufen oftmals ziemlich unter dem Radar oder gehen in der allmonatlichen Veröffentlichungsflut auch einfach unter. Fast wäre das auch mit SOCIAL DISORDER passiert, einem Projekt von Anders "LA" Rönnblom, den man am ehesten von WOLFPAKK kennen dürfte und welches bereits seit dem Sommer auf dem Markt ist.

Ein Blick auf die beteiligten Mucker lässt einen durchaus erstaunen, sind doch einge klangvolle Namen wie RUDY SARZO (Ex-Alles-Mögliche), Leif Ehlin (PERFECT PLAN) oder Tracii Guns und viele andere dabei. Somit dürfte klar sein, dass es sich bei SOCIAL DISORDER wieder einmal um eines der berühmt-berüchtigten Projekte handelt, welche man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit niemals gemeinsam auf einer Bühne musizieren sehen wird (derzeit ja eh nicht). Inwieweit die großen Namen in welchem Umfang involviert waren oder nur mal einen Powerchord gegriffen oder einmal geklatscht haben ist auch nicht überliefert. Aber lassen wir mal den Zynismus, der einen ab und an bei solchen mittlerweile inflationär auftretenden Projekten überkommt, beiseite und kümmern uns um die abgelieferte Musik.

Lässt der Name alleine eher auf eine derbe Hardcore-Schrei-Combo schliessen entpuppt sich "Love 2 B Hated" als eine traditionelle Hardrockscheibe in der Schnittmenge von RAINBOW, DEEP PURPLE und alten WHITESNAKE.

Mit "Windy Road" kommt das Album eher schwerfällig in die Gänge, der zweite flottere Song "Dreaming" wäre da die weit bessere Wahl als Opener gewesen. Der mir bislang unbekannte Sänger Thomas Nordin hat sowohl Ronnie James Dio als auch David Coverdale eingehend studiert und liefert eine astreine Vocal-Performance ab.

Bei "Scars" gibt es dezente Gospel-Chöre, der Titelsong kratzt nahe am Metal, während "Raise A Glass" locker-flockig mit feinen Hammondorgel-Sounds vor sich hinswingt.

Das Album enthält keine wirklich schlechten Songs, allerdings auch keine wirklichen Killer-Tracks. Alles ist gediegen, gut produziert aber die absolute Begeisterung will sich dann irgendwie doch nicht so richtig einstellen. "Sail Away", "Down On My Knees"  oder "Out Of Love" sind allesamt gute Durchschnitts-Hardrockkost, die die Zielgruppe der Fans oben genannter Bands durchaus ansprechen sollte. Mit der Pianoballade "The One" und dem ausgezeichneten Instrumental "Wings Of Serenity" im neoklassischen Stil a'la Blackmore/Malmsteen ist "Love 2 B Hated" nach gut 38 Minuten auch schon wieder beendet. Etwas kurz wie ich finde.

Alles in allem wird es SOCIAL DISORDER wohl nicht ganz gelingen, als Killer-Release in der melodischen Veröffentlichungsschwemme herauszustechen, es handelt sich um ein leicht überdurchschnittliches, traditionelles Oldschool-Hardrockalbum, was letztendlich drei Punkte bedeutet.

                 

                 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (28.10.2021)

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