TEMPLE OF DREAD - Hades Unleashed

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VÖ: 23.07.2021
Bandinfo: TEMPLE OF DREAD
Genre: Death Metal
Label: Testimony Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Besser spät als nie! Das Eisen ist zwar schon ein paar Tage draußen, doch wollte ich es mir nicht nehmen lassen, noch ein paar späte Worte zu TEMPLE OF DREADs Drittwerk "Hades Unleashed" zu Blatte (oder besser: zu Bildschirm) zu bringen. Denn wenn es auf der langen Liste von Releases, die am Ende des Tages ohne würdigende Erwähnung in unserem Medium vom Platz gehen, eine Band gibt, die vor dem Verschwinden im schwarzen Loch des Promo-Vergessens bewahrt werden sollte, dann ist der krawallende Dreier aus Norddeutschland!

Die Truppe, die ich seit ihrem gerade erst 2020 erschienenen Album "World Sacrifice" kenne, entstammt mehr oder minder dem Dunstkreis des teutonischen Todesblei-Duetts SLAUGHTERDAY, wobei sich im Tempel des Schreckens Gitarrist und Basser Jens Finger die Ehre am Mikro gibt und Livebasser Markus Bünnemeyer in die dünnen und dicken Saiten greift. Zusammen mit Jörg Uken, der den gesamten SLAUGHTERDAY-Backkatalog produziert hat und überdies auch als Livedrummer der Band in Erscheinung getreten ist, wird der wütende Haufen komplettiert.

Auch wenn TEMPLE OF DREAD bis dato nicht in derselben Art und Weise medial begleitet wurden wie sagen wir mal ENDSEEKER oder REVEL IN FLESH, ist das Trio nicht weniger hörenswert. Denn wenn sie eine Sache mit den vorgenannten Combos oder ihren Labelkollegen NIGHTBEARER gemein haben, dann ist es eine starke persönliche Note und eine markante Handschrift, die man direkt nach der ersten Eruption aus den Boxen erkennt. "Hades Unleashed" geht sein Werk dabei noch nicht einmal bedeutend anders an als "World Sacrifice", doch haut Album Nummer drei definitiv eine Ecke derber auf die Pauke. Den Sound hat Tonhandwerker Uken transparenter und die Instrumente brachialer gestaltet, wodurch die neuen Tracks ihr volles Gewicht in den Ring werfen können. Die Songs selbst lassen trotz der kurzen Zeit zwischen "World Sacrifice" und "Hades Unleashed" keine Spur von kompositorischer Oxidation erkennen und überzeugen stattdessen mit stilistischer Bandbreite. So kommen auf dem soliden OSDM-Fundament immer wieder rasende Thrash-Attacken ("Aithon's Hunger"), stampfende Groove-Einlagen ("Necromanteion") und sogar dezente Doom-Anleihen ("Crypts Of The Gorgon") zum Vorschein. Und da in dem knapp vierzigminütigen Gekessel auch Hits und Hooks nicht zu kurz kommen, gibt es selbst für eingesessene Novitäten-Muffel keine Ausrede mehr.

Wie sagte meine Oma immer: "wenn du den Hades entfesseln willst, musst du es schon die Nordlichter machen lassen" [oder so ähnlich...]! Doch Unterwelt hin oder her: TEMPLE OF DREAD wissen einfach, wie man dem gemeinen Erdenbewohner ordentlich einheizt. Und die mythengeladenen Texte von "Hades Unleashed" runden die Sache noch einmal zusätzlich ab. Den Status eines kleinen Geheimtipps haben sich die Jungs ohnehin schon redlich verdient - und wenn der Verfasser mit diesen Zeilen erreichen könnte, dass sich noch ein oder zwei neue Hörer in die Reihen ihrer Connaisseure gesellen, dann wäre seine Mission geglückt.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (29.09.2021)

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