BLOOD RED THRONE - Imperial Congregation

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VÖ: 08.10.2021
Bandinfo: BLOOD RED THRONE
Genre: Death Metal
Label: Nuclear Blast GmbH
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Lineup  |  Trackliste

Ich will es weder beschönigen noch nicht vorhandenes Wissen vortäuschen: Nach "Altered Genesis" habe ich die restliche Diskografie der Norweger BLOOD RED THRONE völlig aus Augen und Ohren verloren. Ich weiß zwar noch, dass ich die beiden Nachfolger "Come Death" und "Souls Of Damnation" jeweils kurz angespielt habe, doch höchstwahrscheinlich verlor sich dadurch auch mein Interesse im Nirgendwo. Keine Ahnung also, welch blutige Geschichten man zuletzt vortrug. Als vor kurzem dann die Promokopie zum neuen Album "Imperial Congregation" erschien und ich las, dass das Brutal-Death-Quintett mittlerweile vertraglich an Nuclear Blast gebunden ist, wurde ich allerdings doch neugierig und griff beherzt zu...

Das Ende der Geschichte? Ich werde alt. Oder zu anspruchsvoll. Oder vielleicht auch beides. Die kaiserliche Kirchengemeinde leidet ganz offensichtlich an abenteuerlichen Geschmacksverirrungen und rannte - ob sehenden Auges oder nicht, sei dahingestellt - in eine Falle, in die heutzutage viele Bands gerne tappen: die moderne Produktion. Moderne Produktionen sind nicht a priori grauenvoll, aber more often than not. Keine Ahnung, was genau BLOOD RED THRONE hierbei geritten hat, aber sich einen derart digital klingenden, sterilen Klappersound auf den Leib pressen zu lassen, war wirklich keine gute Idee. Ich meine mich daran zu erinnern, dass man früher für wuchtige Grooves und fetziges Riffing, die sich nicht so recht in Schubladen à la Stockholm oder Florida verfrachten ließen, bekannt war, doch was nützen all diese Trademarks, wenn es einem "Imperial Congregation" von vorne bis hinten an Seele fehlt, weil Kanten geschliffen und sämtliche Brutalität abgesogen wurden.

Die Crux äußert sich genau so: Man hat mit "Itika" und "6:7" zwei Singles gewählt, die das Album musikalisch sehr gut repräsentieren und insbesondere die Gitarren machen mit ihrem Balanceakt zwischen grobschlächtigen Riffs und einer Prise Catchiness eine sehr gute Figur ("Conquered Malevolence" und "Hero Antics" sind die Idealbeispiele), aber bei diesem Sound (vor allem das Schlagzeug klingt anders übel...) erleide ich ernstzunehmende Frakturen im Genuss- und Interessenszentrum meiner für Musik zuständigen Gehirnhälfte, sprich: Mir könnte das Dargebotene kaum egaler sein. Gehört und direkt wieder vergessen - so ging das mehrere Male. Für Brutal Death Metal klingt das schlichtweg zu klinisch, um meine Synapsen zu triggern. Und es ist auch nicht so, als gäbe es keine fähigen Klangingenieure mehr, nein, denn die existieren zuhauf. Man muss aber auch wollen. Und BLOOD RED THRONE wollten anscheinend nicht, weswegen ich auch nicht will. Ja, ich bin gewissermaßen vorbelastet, denn wenn ich im Direktvergleich WORMs neuesten Kracher "Foreverglade" oder CEREBRAL ROTs "Excretion Of Mortality" höre, die übrigens beide granatig-fulminant abgemischt und gemastert wurden, kann ich über das viel zu brav aus den Boxen erklingende "Imperial Congregation" nur schmunzeln. Damit wird die Band leben können und ich nach der anfänglichen Enttäuschung höchstwahrscheinlich auch. 



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Pascal Staub (03.10.2021)

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