PESTILENCE - Testimony Of The Ancients

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VÖ: 24.09.2021
Bandinfo: PESTILENCE
Genre: Death Metal
Label: Hammerheart Records
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Lineup  |  Trackliste

Muss man wirklich noch groß Worte zu einem DER Referenzwerke im technischen Death Metal verlieren? Wer „Testimony Of The Ancients“ 30 Jahre nach Erscheinen noch immer nicht kennt, kann kein Interesse an Death Metal haben, eine andere Erklärung kann es eigentlich nicht geben. Daher gibt es hier nix zu den ikonenhaften Melodien, sägenden Riffs, progressiven Songstrukutren und gelungenen, atmosphärischen Zwischeneinspielern – alles vom damaligen Death-Metal-Meisterproduzent Scott Burns im legendären Morrisound Studio im Tampa, Florida kongenial in Szene gesetzt. Die meisterhaften Songs „Twisted Truth“, „Testimony“, „Land Of Tears“, „Stigmatized“, „Prophetic Revelations“ und „Lost Souls“ sind für Fans von hartem Metal einfach Plicht, das muss man einfach kennen! Aber hier soll ja eigentlich nicht nochmal die altbekannte musikalische Qualität abgefeiert werden.

Stattdessen eine kleine Geschichtsstunde rund um das Album: Waren die niederländischen PESTILENCE zu Beginn noch im amerikanischen Thrash Metal verhaftet und gingen dann über zu Death Metal mit Einflüssen aus dem Grindcore und zur damaligen Zeit recht innovativem Gegrowle durch Sänger Martin van Drunen, stiegen sie mit ihrem Drittwerk „Testimony Of The Ancients“ explosionsartig zur ersten Garde des Death Metal auf. Die neue musikalische Ausrichtung hatte in erster Linie mit Personalwechseln zu tun: van Drunen hatte die Band im Streit verlassen (angeblich war zu viel Alkohol ein Auslöser) und war zu ASPHYX gewechselt. Wichtiger noch war aber das Mitwirken des Keyboarders Kent Smith und des Bassisten Tony Choy. Letzterer war damals auch bei CYNIC mit an Bord, die zwei Jahre später, also 1993, mit „Focus“ ebenfalls ein Referenzwerk in Sachen ultra-progressivem, technischem Death Metal ablieferten.

Zum 30-jährige Jubiläum wurde der Genreklassiker nun als 2-LP-Version mit Poster und Download-Card erneut veröffentlicht – plus des aufgenommenen Live-Auftritts der Band beim Dynamo Open Air 1992 (eines der wichtigsten Metal-Festivals zur damaligen Zeit). PESTILENCE zeigen sich bei den neun Live-Nummern (davon fünf von „Testimony Of The Ancients“) in guter Form und scheinen überhaupt keine Probleme zu haben, die nicht unbedingt leicht zu zockenden Songs sauber runterzuprügeln. Ein schönes, mit gut austariertem Sound ausgestattetes Zeitdokument!



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Tobias (05.10.2021)

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