ATRÆ BILIS - Apexapien

Artikel-Bild
VÖ: 08.10.2021
Bandinfo: ATRÆ BILIS
Genre: Death Metal
Label: 20 Buck Spin
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

ATRÆ BILIS kamen aus dem Nichts und punkteten aus dem Stand. Ob "Divinihility" nun ein kurzes Album oder eine auskömmliche EP war, habe ich ehrlich gesagt bis heute nicht abschließend nachvollzogen, aber darauf kommt es genau genommen gar nicht an. Auf alle Fälle lebte ihr unkonventioneller Einstand von einem selten erlebten "Boah-geil-Effekt", der mich seinerzeit fast dazu verleitete, der jungen Truppe eine Erstbenotung jenseits der vier Punkte zu spendieren.

Fast...aber eben nur fast, denn neben einem starken Opener bot der besagte Erstling auch eine nicht zu leugnende Menge an "dezenter Zähigkeit", die man etwas unverhohlener auch als uniforme Kompositionen umschreiben könnte. Und was hat sich nun, wo uns der erste offizielle Langspieler "Apexapien" erwartet, verändert? Nichts. D.h., abgesehen mal von einem leicht aufpolierten, aber stringent fortgeführten Soundengineering. Die beschriebene Eigenschaft geht sogar so weit, dass der Nachfolger von "Divinihility" ziemlich genau demselben Aufbau genügt: ein Instrumentalintro und ein starker Opener ("Lore Beyond Bone") - gefolgt von einer Reihe zäherer Stücke, die man weder untereinander, noch im direkten Vergleicht mit ihren genetischen Vorfahren auf "Divinihility" wirklich sauber unterscheiden kann. Mit dem Unterschied, dass "Apexapien" mit zwei zusätzlichen Stücken auf eine halbe Stunde Laufzeit kommt.

Damit ist die Messe im Grunde auch schnell gelesen. Schlecht sind ATRÆ BILIS sicherlich nicht, denn immerhin verfügen sie über ausgesprochen profunde Fertigkeiten an ihren Instrumenten und zählen überdies zu den wenigen, die mit Bedacht eingesetzten Dissonanzen mehr anstellen können als eine Verschleierung des Unwillens oder der Unfähigkeit zur Benutzung eines Stimmgeräts. Aber nichts desto weniger tritt einmal mehr auf, was man immer wieder an anderer Stelle beobachten kann: gehobene technische Fähigkeiten alleine machen noch keine hervorragende Musik. Die Technik ist vorbildlich, das klangliche Charakteristikum ist vorhanden, aber in Sachen Entdeckungsreichtum und Nachhaltigkeit gibt es noch Chancen zur Evolution.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (05.10.2021)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE