FOTOCRIME - Heart of Crime

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VÖ: 27.08.2021
Bandinfo: FOTOCRIME
Genre: Dark Wave
Label: Profound Lore Records
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Lineup  |  Trackliste

Mit dem mittlerweile dritten Album präsentiert RYAN PATTERSON von FOTOCRINE elf neue Titel.

Den Anfang macht der Titelsong "Heart Of Crime". Distanzierte Vocals treffen auf unterkühlte Rhythmen und erinnern dabei nicht allzu entfernt an KRAFTWERK. Monotonie und Reduktion, es könnte fast der Soundtrack für einen vernebelten Herbstabend an der Ostsee sein.

Manchmal steht man nach übermäßigem Koffein-Konsum durchaus unter Strom. "Electric Café" klingt wie tongewordene nächtliche Umtriebigkeit. Synthetische Streicher/Streicheleineinheiten akzentuieren, was ansonsten eine reduzierte Angelegenheit darstellt.

Nach der Zeit der koffeingesteuerten Umtriebigkeit ist der Spiegel selbiger Substanz "So So Low" gesunken. Die Atmosphäre wandelt sich zu einer Entspannteren. Ganz so, als ob ein herbstlicher Sonntagnachmittag einen Hintergrundklang erhalten hätte.

"Delicate Prey" klingt, als ob ANNE CLARK und ALIEN SEX FIEND gemeinsame Sache gemacht hätten und SOFTCELL später hinzugekommen wären. Für Fans dieser Künstler:innen sehr empfehlenswert.

Mit "Crystal Caves" geht es langsam und eher ruhig weiter. Passende Halleffekte vermitteln den Eindruck, in den Höhlen unterhalb von TOLKIENS Helms Klamm gewesen zu sein und sich danach über weite Ebenen zu bewegen.

In "Politi Policia Polizei" geht es düster-monoton weiter, ganz ob der besungene Beton sich manifestierte und zu einem grauen Großstadtganzen wurde.

Von der Polizei geht es weiter mit dem "Industry Pig". Erste Assoziation: Massentierhaltung in engen Unterkünften, gepaart mit, passend zum Titel, industriellen Rhythmen in Gestalt von tongewordenen Maschinenbewegungen.

Aus Industrie und Monotonie erhebt sich das Leben. Ob in "Zoë Rising" von einer Frau diesen Namens oder von personifiziertem Leben die Rede ist, bleibt offen.

"Inferno Rebels" klingt, als ob man die vorbereitende Stimmung und Ruhe vor einer Straßenschlacht mit der Szenerie nach einem Flächenbrand genommen hätte und daraus ein Tonwerk gemacht hätte. Auf eine seltsame Weise stimmungsvoll.

Fazit: Fans von dystopischem Dark Wave kommen bei diesem Album auf ihre Kosten.

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Thomas Trüter (14.10.2021)

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