ECLIPSE - Wired

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VÖ: 08.10.2021
Bandinfo: ECLIPSE
Genre: Melodic Hardrock
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste

ECLIPSE sind zuverlässig wie der Weihnachtsmann: Pünktlich alle zwei Jahre werfen die Jungs um Erik Mårtensson ein qualitativ hochwertiges Melodicrock-Album auf den Markt. Die schwedischen Jungs auch noch Glück im Unglück, dass ihr letztes Album "Paradigm" in 2019 erschien und somit noch einigermaßen betourt werden konnte. Nachdem in 2020 eh für ein neues Album geschrieben werden sollte, hat es die Band vielleicht nicht mit voller Breitseite erwischt, zumal auch noch Zeit war, eine gelungene Live-CD/DVD-Kombi zu veröffentlichen.

Neben einem Livestream-Konzert ziemlich am Anfang der nunmehr seit fast zwei Jahren wütenden Pandemie war somit ausgiebig Zeit fürs Songwriting gegeben. Dies schlägt sich auf dem mit "Wired" betitelten Album dann positiv nieder, denn neben den üblichen Trademarks der Band hat man an manchen Stellen das Gefühl, dass diesmal die Detailfreudigkeit noch ausgeprägter ist, sei es durch das Einfügen eines klassischen Zitats ("Freude schöner Götterfunken" in "Twilight") oder das mit Van-Halen-Flangersound getränkte "Bite The Bullet".

Mit dem Dreigestirn "Roses On Your Grave", "Dying Breed" und dem zwar klischeegespickten aber dennoch Spaß machenden "Saturday Night (Hallelujah)" hauen die Schweden einem erst einmal drei flotte Happy-Nummern um die Ohren, die urtypisch für die Truppe sind. Man kann der Band sicher den Vorwurf machen, dass sich einige Songs auf ihren Alben durchaus ähneln und Versatzstücke in der einen oder anderen Nummer schon einmal vorhanden waren, doch wenn man das so charmant und hochklassig wie hier vorfindet kann man darüber schon einmal hinwegsehen. Die Hitdichte ist immens, nahezu jeder Song hat einen zündenden Refrain, den man spätestens beim zweiten Hören mitsummen kann und als Ohrwurm in den Gehörgängen kleben hat. Dennoch nutzt sich die Scheibe überraschenderweise nicht so schnell ab, da man immer wieder Neues entdeckt.

Die Band zelebriert gute Laune einfach famos, was man in der momentan eher spaßfreien Zeit durchaus gebrauchen kann. Von einem Corona-Blues ist hier jedenfalls gar nichts zu merken. 

Auch produktionstechnisch wurde noch ein Zacken draufgelegt, die Scheibe atmet jede Sekunde die beste Zeit der Achtziger mit ihrem perfekt balancierten, voluminösen Sound, nicht immer selbstverständlich bei Frontiers-Releases aber Eric, der das Album selbstredend auch produziert hat, ist eben auch hier eine Ausnahmeerscheinung.

Es fällt kein einziger Song ab, neben den bereits angesprochenen flotten Nummern gibt es selbstredend auch die obligatorische Balladen "Carved In Stone" und  "Poison Inside My Heart", von denen letzteres aber lediglich zur Hälfte balladesk anmutet, ehe es sich noch zu einer ebenfalls mitreissenden schnelleren Hymne entwickelt. Das metallische "Bite The Bullet" und das mit einem "We Will Rock You"-Beat ausgestattete "We Didn't Come To Lose" überzeugen ebenso wie das etwas an alte Hardrocker-Tage von GARY MOORE erinnernde "Things We Love". Der Bonustrack "Dead Inside" ist ebenfalls keine Ausschussware, ganz im Gegenteil.

Punktabzug gibt es lediglich für das bereits angesprochene ähnliche Strickmuster mancher Songs und das etwas billig aussehende Cover, dennoch handelt es sich bei "Wired" um ein absolut hochwertiges Album, welches in Sachen eingängiger Hits wohl schwer zu toppen sein dürfte. Höchstens vom in 2023 erscheinenden nächsten ECLIPSE-Album. 

Vier dicke Punkte

                 

 

                 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (19.10.2021)

WERBUNG: Hard
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