AS GOD CREATED - Pandemonium

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VÖ: 24.09.2021
Bandinfo: As God Created
Genre: Thrash Core
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Es ist schon etwas länger her, dass uns AS GOD CREATED aus Vöcklabruck mit ihrem Album „Creation's Crowning Glory“ beglückten. Zum damaligen Zeitpunkt griff bei den Thrashcore-Rabauken noch Borsti in die Saiten (inzwischen als Schreihals höchst erfolgreich mit WE BLAME THE EMPIRE unterwegs...) und Grunzer Ego beglückte die Welt mit seinem derben Gekeuche. Seit 2012 hat sich bei dem Fünfer allerdings einiges getan, so würgt nun Mäx Angerler (ex-DEATH RISING) die Gitarre und Grunzkeifer Paz (RAZE YOUR GODS) nimmt die Gehörgänge an der Front aufs Korn. Dabei bedeuten die Neuzugänge zu keiner Zeit einen Rückschritt für AS GOD CREATED, sondern werten den generellen Sound der Oberösterreicher noch auf – da verdrückt man doch gerne ein Tränchen der Freude, wenn sich die Gitarren in wahnwitzigen Abfahrten oder arschtretenden Midtempo-Grooves duellieren als gäbe es kein Morgen und darüber Gegurgel wie aus den Tiefen der Hölle selbige zu entfesseln sucht.

Wer fürchtet, auf dem neuen Werk „Pandemonium“ ob der Stilbeschreibung Thrashcore mit zuckrigen-modernen Passagen malträtiert oder von Breakdowns überschüttet zu werden, den kann man an dieser Stelle gleich beruhigen: bei AS GOD CREATED regiert das (Gitarren-)Handwerk, mit klaren Thrash-Wurzeln in Form von brutalen Riffs, die mit nur sehr sparsam gesetzten, aber wirkungsvollen Breakdowns garniert werden. Für den modernen Touch sorgt in erster Linie Fronter Paz, der mit Wonne die volle Bandbreite des Gutturalgesangs von garstigem Geschrei bis hin zu abgrundtiefem Gegurgel nur noch entfernt menschlichen Ursprungs durchackert – leider bisweilen selbst für geübte Hörer etwas schwer verständlich, vielleicht gibt’s ja irgendwo einen Guttural-Logopäden?

Der kleine Schönheitsfehler macht aber Songs wie den stimmungsvollen Opener „Deus Ex Machina“ oder das kräftig am Watschenbaum rüttelnde „Beast“ (nomen est omen!) um keinen Deut schlechter – eher im Gegenteil, kickt das Ding dadurch eher noch energischer in die Genitalien, als es das Songmaterial sonst schon tut. Egal ob eher modern angelegt („A White Rabbit's Hole“) oder abwechslungsreich („Behold“), AS GOD CREATED treten dem Hörer nicht nur mit Hochgeschwindigkeits-Abrissbirnen der Marke „Scenario Green“ oder „Mirror Mirror“ mit Anlauf und ohne Rücksicht auf Verluste in die Eier.

Wer sich gerne bei vollem Bewusstsein die Beißer aus der Kauleiste stemmen lässt und seinen Schädel oder weiter südlich gelegene edlere Teile zwecks Muskelrelaxion regelmäßig gegen Gegenstände aus haltbarem Stahlbeton hämmert, der ist bei AS GOD CREATED an der richtigen Adresse. Die Vöcklabrucker verschmelzen auf ihrem neuen Output „Pandemonium“ gekonnt räudigen Thrash mit  modern-brachialem Gitarrensound und kredenzen eine schmackhafte Mischung, die vor allem mit der bockstarken Arbeit der Saitenfraktion glänzt und zu der man nur zu gerne das heimatliche Wohnzimmer kreativ umgestaltet. Mit einem Presslufthammer. Oder einem Bagger. Oder einer Atombombe.

Weiß ich eigentlich noch was ich hier tue? Egal, Eskalation!

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (20.10.2021)

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