BEAST IN BLACK - Dark Connection

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VÖ: 29.10.2021
Bandinfo: BEAST IN BLACK
Genre: Melodic Power Metal
Label: Nuclear Blast GmbH
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Lineup  |  Trackliste

Cool, BEAST IN BLACK geben auch wieder ein Lebenszeichen von sich!

Nachdem das Vorgänger Werk der Finnen "From Hell With Love" ein Knaller war, der aufgrund seiner Disco-Metal-Mentalität die harte Metal-Fan-Welt ziemlich stark polarisierte, bei den Party-Metal-Fans aber viele Liebhaber fand, ist natürlich die Latte und die Erwartung beim neuen Werk sehr hoch. Der Album-Titel "Dark Connection" scheint ja einiges zu versprechen. Das poppige cyberpunk angehauchte Cover lässt erkennen, dass es sehr wahrscheinlich auch wieder ein Mix aus Melodic, Power, Disco und Metal werden wird.

Aber nach dem ersten Reinhören, kommt ein wenig die Ernüchterung. An den Vorgänger kommt "Dark Connection" nicht ganz ran. Natürlich hören wir den für die Band typischen Sound, der diesmal bei manchen Songs extrem keyboardlastig ist und an die 80er und 90er Italo-Disco-Songs erinnert (kennt hier noch jemand RADIORAMA?), weil der Beat ziemlich genau dort angesiedelt ist. Natürlich gibt es die Power-Beats vom Schlagzeug, tolle Gitarrensoli, knallharte Metal-Gitarrenparts und die außergewöhnliche Gesangsleistung von Yannis. Es fehlt aber ein wenig der Pep, die Super-Beschwingtheit, die "From Hell With Love" so außergewöhnlich gemacht hat. Nichtsdestotrotz ist es ein Album für die Fans, auf "Dark Connection" ist vieles dabei, was gefällt. Was ich soeben gemacht habe, ist Jammern auf hohem Niveau.

Schluss mit Sudern - nun wird reingehört:
Und sofort zeigt "Blade Runner", was mit "prominenten Synthie-Klängen" gemeint ist. Der Opener öffnet mit Tastenklängen Marke Disco und man wirft einen zweiten Blick aufs Display, ob man nun wirklich eine Metal Band hört. Doch. Ist ganz eindeutig BEAST IN BLACK. Und ist eindeutig Heavy Metal, nachdem die Synthie-Eröffnung vorüber ist. Yannis schraubt sich gesangstechnisch gleich in Höhen und Bissigkeit und Screams und die Gitarren legen ordentlichen Speed vor, der einen mitreisst. Die Riffs überzeugen mit Ohrwurm-Qualität und die Soli mit Fingerfertigkeit. Ein toller Start für das Album. 

"Bella Donna" ist ein normalerer Song, teilweise schön gesungen, dann mit Metal-Schrei, aber besonders auffällig die vielen Chorus-Strecken, die aus "Bella Donna" einen lässigen Mitsing-Song machen, der mit dem Disco-Beat extrem in die Beine fährt. "Highway To Mars" hat ähnliche Qualitäten, aber "Hardcore" gefällt mir mit dem härteren, intensiveren Sound von diesem Dreiergespann am besten, und auch der Chorus ist hier männlicher und satter.

Extrem viel Disco-Sound bei "One Night In Tokyo". Das klingt fast nur nach Disco und nur ganz wenig nach Metal. Ich fühle mich ins letzte Jahrtausend versetzt und sehe vor meinem geistigen Auge die Strobo-Lichter flirren.

"Revengeance Machine" ist interessant. Das klingt ganz nach speedigem Britsh Metal auf der Fährte von JUDAS PRIEST.  Yannis könnte einen neuen Mr. Halford abgeben, er hat es gesangstechnisch echt drauf und deckt auf diesem Album alles ab, was möglich ist. Nebenbei ist der Song eine Abrechnung mit der Allmacht des Computers.

Im Gegensatz zu vielen Songs steht "Moonlight Rendezvous". Der Song ist nicht unbedingt ruhiger, aber Yannis singt hier sehr oft clean und soft, setzt hie und da harte Akzente, und lässt die Nummer zwischen Disco und Power Metal pendeln. Die Synthie-Begleitung tut das ihre, um die Disco Stimmung zu verstärken. 

"Dark New World" hat schöne Power, viel Keyboard (no na) und einen lässigen Beat, der wieder von Yannis und den Chorus-Einlagen angetrieben wird. Sehr auffällig diese Hooks - ich kann mich den Gitarren nicht entziehen. Und denke gleichzeitig an eine harte Disco-Beat-Tanznummer. Im Prinzip die Essenz von BEAST IN BLACK - Disco-Metal in it's finest - hart und beschwingt.

"To The Last Drop Of Blood" zeigt wiederum das Gegenspiel von hart und zart. Yannis singt wie ein Engel bevor der Chorus kommt und der Beat zieht einen in seinen Bann. Sphärische Keyboard Klänge wechseln mit Metal und ziehen einen Spannungsbogen durch den Song. "Broken Survivors" ist eine ähnliche Mischung aus hart und zart, mit epischen Anklängen.

Das nach Filmmusik klingende, zart beginnende "My Dystopia" setzt einen Kontrapunkt zu den Vorgänger-Songs. Der lange Instrumental-Einstieg mit Orchester-Sound baut Spannung auf, Yannis zarter Gesang mit wenig Instrumental-Unterstützung ist mehr Erzählung als Song und die dann folgenden groß und intensiv herausgearbeiteten Refrains schrauben den Song mit entsprechender musikalischer Untermalung zu einem Höhepunkt, der seinesgleichen bei epischem Symphonic-Power-Metal findet. Ein langes Stück, das unter die Haut geht. Auf jeden Fall eine Nummer, die zu meinen TOP-3 auf dem Album gehört.

Die danach folgende "Battle Hymn" ist die erste von zwei Cover-Nummern des Albums. Dieser MANOWAR Song passt gut ins Metal-Leben von BEAST IN BLACK. Die "Victory" Schreie, die Stampf-Rhythmen, die harten Melodien... und dann mittendrin der Bruch zu sanft und nachdenklichen Lyrics, die dann doch wieder von Power überrannt werden. Mit diesem Power-Soft-Power-Mix ist der Hymnen-Charakter eindeutig gegeben und das wird sicher eine Nummer, die Live für die Fans einen Aufruf zur musikalischen Metal-Schlacht liefert. Gutes Cover!

Als endgültigen Abschluss gibt es noch eine ganz besondere Draufgabe: MICHAEL JACKSON's "They Don't Care About Us" wird in einer knallig-fetten Version abgeliefert, die nah am Original ist, aber mehr Stampf und Power hat. Recht gut geworden und mal was anderes, weil über MICHAEL JACKSON haben sich bisher nur wenige Metal Bands gewagt.

Fazit: ein recht gut gelungenes Album und ein Entwicklungsschritt der Band - aber man darf nicht eine 1:1 Kopie von "From Hell With Love" erwarten.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lady Cat (02.11.2021)

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