BURNING POINT - Arsonist Of The Soul

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VÖ: 22.10.2021
Bandinfo: BURNING POINT
Genre: Power Metal
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

Meinte man noch, dass BURNING POINT mit der Verpflichtung von Nitte Valo und der daraus folgenden Neuorientierung hin zu einem kernigeren Sound mit mehr Ecken und Kanten nach fast 20 Jahren ihre Nische gefunden hätten, so wirft Gitarrist und Mastermind Pete Ahonen mit dem nun vorliegenden „Arsonist Of The Soul“ erstmal wieder fast alles über den Haufen. Nicht nur das Lineup hat sich drastisch verändert – neben dem bereits lange in Finnland lebenden Italiener Luca Sturniolo an der Vokalfront, wurde auch an Keyboard, Bass und Drums neu besetzt – auch der Sound dreht sich durch die neuerliche Kehrtwende hin zum Männergesang wieder ein Stück weit Richtung reinrassigen (europäischen) Powermetal.

Dabei bleibt erfreulicherweise der Anteil an Keyboard-Zuckerguss einigermaßen im Rahmen und Chef Pete Ahonen schüttelt so einige lässige Riffs aus dem Ärmel. Zunächst in schön flottem Tempo, brettern der Opener „Blast In The Past“ und „Rules The Universe“ motiviert los und liefern schön mitsingtaugliche Refrains, die durch die helle, doch nicht zu glatt intonierende Stimme von Sturniolo ansprechend transportiert werden. Gerade bei den Uptempo-Songs wie dem coolen „Persona Non Grata“ merkt man die finnische Handschrift in Richtung klassischer STRATOVARIUS-Heuler klar heraus und freut sich über das hymnische, nur dezent angekitschte Liedgut, dessen Refrains sich schnell im Gehörgang festhaken.

Doch wer dachte, es gibt nur zackige, mitsingtaugliche Titel à la „Running In The Darkness“ oder deren breitwandige Form „Off The Radar“ (oberklebriger Refrain – Ohrwurmgefahr!) auf die Ohren, der wird speziell vom düster stampfenden, abwechslungsreichen „Arsonist Of The Soul“ eines Besseren belehrt, das mit schlüssigem Spannungsbogen und lockeren Tempowechseln die Stärken der Finnen aufzeigt. Mit „Fire With Fire“ hat man überdies einen astreinen Midtempo-Stampfer am Start, der mit seinen deutlichen SABATON-Anleihen vielleicht nicht durch große Originalität auffällt, aber mit durch Mark und Bein gehendem Rhythmus punktet.

BURNING POINT fassen die Stärken ihrer vergangenen Alben, speziell den etwas kernigeren Gitarrensound des Vorgängers und die griffigen, gerade mit der richtigen Dosis an Pathos versehenen Melodien auf ihrem neuen Album gekonnt zusammen und schicken damit eines ihrer bisher abwechslungsreichsten Alben in den Ring. Schön langsam sollten sich BURNING POINT doch aus dem Schatten des ewigen Geheimtipps lösen können, oder? Ob es mit „Arsonist Of The Soul“ gelingt, wird sich zeigen – die Weichen sind jedenfalls gestellt, denn das Ding macht Spaß von vorne bis hinten, auch wenn es natürlich musikalisch nichts neu erfindet.

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (22.10.2021)

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