ASTROPHOBOS - Corpus

Artikel-Bild
VÖ: 12.11.2021
Bandinfo: ASTROPHOBOS
Genre: Black Metal
Label: Triumvirate Records
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

"Corpus", das dritte Album der schwedischen Black-Metaller ASTROPHOBOS, versteht sich den Album-Infos zufolge als "interdisziplinäre Zusammenarbeit, die sich über mehrere Jahre erstreckt und in der Bildhauerei, Fotografie und Musik miteinander verschmelzen, um Themen wie Vergänglichkeit, Tod und Verfall zu ergründen". Nicht uninteressant, was die Nordlichter seit ihrem letzten Dreher "Malice Of Antiquity" so getrieben haben und treiben. Da drängt sich die Frage nach dem Einfluss des multimedialen Zusammenspiels auf die Musik regelrecht auf.

Die Antwort ist so einfach wie kurz: gar nicht. ASTROPHOBOS machen dort weiter, wo sie vor knapp drei Jahren mit ihrem schwarzen Dreher aufgehört haben und spielen nach wie vor ihren melodischen, typisch schwedischen Black Metal. Die den gelungenen Leadmelodien und gelegentlichen Rock-Einflüssen geschuldete Eingängigkeit ("Utrotning", "Nattvard") ist ebenso vorhanden wie die bereits bei der Besprechung von "Malice Of Antiquity" angesprochene Tendenz zu langen Schleifen, die das im Ansatz gute Gebräu zuweilen seines Drives berauben. Hier lustigerweise direkt zum Einstieg am Beispiel von "Corpus" oder etwas später in "Svärta" zu beobachten (wobei man fairerweise zugestehen muss, dass auch diese Songs ihre Stärken haben).

Ferner geht die Tendenz anno 2021 vermehrt in Richtung langsam drehender Kulturen, was man am Opener, "Till Djupet" oder "Liktal" festmachen kann. Während letztgenannte Nummer in seiner wuchtigen Walzigkeit an MARDUKs "Tiger I" erinnert, versuchen sich die Schweden in "Utrotning" oder "Under Jord" in ansatzweise epischen Gefilden, was den Jungs gut zu Gesicht steht und zumindest auf dem aktuellen Langläufer die stärksten Tracks liefert. Die "neuen und unerwarteten Elemente im Songwriting" muss ich allerdings noch suchen bzw. finden, denn bis auf das streckenweise Herunterschrauben der Schlagzahl, das im Hause ASTROPHOBOS auch nicht wirklich neu ist, hat mich neben dem ausgefallenen Gesamtkonzept nicht viel überrascht.

Besagtes Konzept indes ist eine interessante Angelegenheit, das entfernt an das von SATYRICON angekündigte Munch-Projekt erinnert und zumindest für kunstinteressierte Hörer einen verborgenen Mehrwert bieten kann. Der auf Vinyl und Co. gebannte Teil der Geschichte liefert hingegen mit leichten Modifikationen das, was man von ASTROPHOBOS erwartet - und das ist auch im dritten Anlauf kein Überflieger, aber gutklassiger Stoff für die kalten Tage, die uns fortan ins Haus stehen.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (10.11.2021)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE