SCÄVENGER - Humiliating Obliteration

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VÖ: 16.10.2021
Bandinfo: SCÄVENGER
Genre: Brutal Death Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Lieb war gestern. Der Jung-Metalhead von Welt quetscht sich nicht mehr mit Fönfrisur in hautenge Spandex oder umarmt mit Pantomimenschminke im Wald die sprießenden Bäumchen, sondern schrubbt sich an den Stahlseiten in todesverachtendem Tempo die Finger wund und kotzt der versammelten Verwandtschaftsschar die garstigsten Töne vor die Füße, zu denen menschliche Kehlen fähig sind. So wie die Buben von SCÄVENGER, deren erfrischend brutale Debüt-EP „Avalance Of Gore“ wir bereits in unserer Reihe UvU vorgestellt haben, und die mit ihrem zwischenzeitlich erschienenen Vollrund „Humiliating Obliteration“ mit wonnigem Brutal Death Metal erneut Omis Dauerwelle in Unordnung bringen.

Alleine die Titel sind es bereits wert, einen genaueren Blick darauf zu werfen – neben friedvollen Bezeichnungen wie „Concrete Grave“ finden sich auch romantische Perlen wie „Penetrating Impalement“ oder „Perforated Torso“ in der Auflistung. Nur mal so als Gradmesser, wohin die (musikalische) Reise geht. Entsprechend wird dann auch in exorbitantem Tempo die Aufnahmefähigkeit des Hörers auf Herz und Nieren geprüft – bereits der mit thrashiger Note versehene Opener „Quartered“ hinterlässt nur verbrannte Erde. So gut wie jeder Song tritt mit rasenden Riffs, entfesselten Drums und garstigen Vocals direkt ins Gemächt, was Sänger/Gitarrist Johannes Gatsch mit todesverachtend blubberndem Gegrunze kommentiert. Exemplarisch: das sechsminütige „Incandescent Remains“, in dem die jungen Salzburger ihre technischen Qualitäten mit Macht spielen lassen.

Überhaupt ist es nicht nur die schiere Brutalität („Humiliating Obliteration“, „Concrete Cave“) und die irrwitzige Geschwindigkeit („Penetrating Impalement“) die das erste Album von SCÄVENGER auszeichnet, sondern auch und vor allem die enorm starke Technik, die die blutjungen Buben allesamt drauf haben. Angefangen von arschtretenden Basslinien, über abartigste Griffbrettwichsereien, bis hin zu infernalischen Blastbeats des entfesselt agierenden Drummers Tobias Schmeisser, der gefühlt durchgehend über der 300bpm-Marke agiert. Speziell im abwechslungsreichen „Bursting Lungs“ zeigen die Vier ihr Können – da verzeiht man den Buben gerne, dass das Songwriting unterm Strich dann doch ein wenig eintönig wirkt, wenn dir das Zeug einfach von vorne bis hinten dermaßen die Rübe wegballert, dass du dich selber nicht mehr kennst.

Wer mit lieblichen Tönen ganz und gar nix anfangen kann, der ist bei SCÄVENGER gut aufgehoben und kann sich die Gehörgänge von „Humiliating Obliteration“ ausgiebigst penetrieren lassen. Mit SCÄVENGER lässt es sich hemmungslos dem Geschwindigkeitsexzess huldigen, während man im Lockdown-Wahn den Schädel (wir verzichten bewusst auf die Spezifizierung ob eigene oder fremde Person...) mithilfe der Kellerwand unwuchter gestaltet. Wem SCÄVENGER zu hart sind, der ist einfach zu schwach.

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (07.12.2021)

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