MOLYBARON - The Mutiny

Artikel-Bild
VÖ: 29.10.2021
Bandinfo: MOLYBARON
Genre: Progressive Metal
Label: Inside Out Music
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste

Während der Wonnen der Weihnachtszeit wurde MOLYBARON 2014 in Paris gegründet. Zur vorweihnachtlichen Zeit 2021 landet nun der aktuelle Longplayer „The Munity“ unter dem von heidnischen Ritualen induzierten Feste geschmückter Nadelbaum. So weit, so gut. Laut Angaben der Band stehe nun nichts anderes als die Weltherrschaft auf dem Plan, wobei wir natürlich bei diesem Unterfangen unseren Segen dazu geben.

Der Start erfolgt mit „Animals“, wobei wir hier sofort mit ins Boot, Verzeihung in die Arche, geholt/mitgenommen werden. Die Riffs sind sehr rund und knackig, prägen sich gut in den metalaffinen Schädel und das Timbre des Sängers, Gary Kelly, ist verwegen, gleichsam prägnant. Das interessanteste an dieser Band ist wohl, dass sie trotz diverser musikalischer Einsprengseln, ja, Prog, eingängig klingen, durchaus radiotauglich und das ist eine  positiv zu beurteilende Komponente.



Während des nächsten Tracks „Lucifer“, es werde Licht, geht es in dieser Tonart weiter. Knackige Riffs, guter Gesang, gut abgestimmtes Gesamtpaket.

Bei „Among the Boys And Dead Flowers“ geht es die Band zunächst ruhiger an. Die vor kurzem rezensierte Combo LIFE ARTIST kam mir in den Sinn, die zwar musikalisch top ist, aber mit dem Sänger von Molybaron wäre ihre Platte „Lifelines“ ein Meisterwerk geworden. Das Gitarren-Solo bolzt sehr rhythmisch daher und ist mit der zweiten Gitarre wirklich gut abgestimmt.

Der Bass ist bei „Prosperity Gospel“ das determinierende Element. Der Song ist recht simpel gebaut, haut aber mächtig rein, obwohl ich hier erstmalig einen Kritikpunkt anbringe: Das Gitarren-Solo ist eher mau. Intro und Outro erklingen im Gleichklang gepickter Gitarren.

The Lighthouse“ beginnt abermals während besänftigter See, wobei allmählich sanfte Wogen, Kräuseln und wohlklingende, gebrochene Wellen gegen die Felsen branden.

Save The Algorithm“, oder auch nicht, bzw. „Save the Pain“ klingen etwas verworren und gehören nicht zu den besten Nummern dieser Langrille.

Twenty Four Hours“ mit tatkräftiger Unterstützung von Whitfield Crane wummert wieder kräftiger in den Äther, wobei dieser unstete musikalische Duktus, der im Anfang so erfrischend blies, mit der Zeit seine Erosionserscheinungen zeigt, nicht jedoch bei diesem Lied.

 



Ordindary Madness“ bietet einen erwartbaren Abschluss, wobei ich mir generell bezüglich des Albums mehr Passagen gewünscht hätte, wie das Outro ab knapp über Minute vier.

Fazit: Grundsätzlich ist „The Munity“ ein gutes Album, das aber meiner Meinung nach während des gesamten Spiels zu sehr auf eine Karte setzt. Dieser dichte, wohl ausgearbeitete Duktus darf sein, ich würde mir aber für das nächste Mal mehr Variation wünschen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Richard Kölldorfer (05.11.2021)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE