JIM PETERIK & WORLD STAGE - Tigress - Women Who Rock The World

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VÖ: 05.11.2021
Bandinfo: JIM PETERIK WORLD STAGE
Genre: Melodic Rock
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste

Während anderswo um Quote gestritten wird, ist Songwriterlegende JIM PETERIK schon viel  weiter und stellt das gesamte neue Album seines All-Star-Projekts WORLD STAGE unter das Motto "Frauen an die Macht". So finden wir auf "Tigress - Women Who Rock the World" auf sechzehn Songs eine Ansammlung mehr oder minder prominenter Rock-Ladies, sowohl was den Gesang als auch einen Großteil der Instrumentalfraktion angeht.

Beim einleitenden Titelsong werden gleich Erinnerungen an (natürlich!) "Eye Of The Tiger" wach, das Bass-Riff wird hier augenzwinkernd als Reminiszenz eingebaut und auch der Song selbst ist ein guter,  wenn auch nicht wirklich temporeicher Einstieg in eine Scheibe, die wieder einmal zeigt, dass PETERIK auch anno 2021 noch zu den besten Songwritern seiner Zunft zählt.

                    

Geboten werden wie erwartet Melodicrockhymnen der ausschweifenden Art, gefühlvolle Balladen und - wohl auch der Tatsache der Frauenstimmen geschuldet - ein paar eher cheesige Musical-Momente, wo etwas zu dick das Zuckersirup ausgeschüttet wird.

Die Highlights sind die flotten Nummern, als da wären "Prom Night in Pontiac" mit Chloe Lowery (TRANS SIBERIAN ORCHESTRA), ein Song der etwas an PAT BENATAR zu ihren besten Zeiten erinnert. Der ebenfalls von ihr gesungene "Music In The Aire" schlägt in dieselbe Kerbe. Auf "A Capella" gibt sich mit CHEZ KANE eine der ausdrucksstärksten Frauenstimmen der letzten Jahre die Ehre. 

                     

Ebenfalls bärenstark das smoothe "Dear Life" mit der mir unbekannten Lindsay Kent am Mikro, die einen richtig geilen STEVIE NICKS-Vibe in ihrer Stimme hat. 

Von den Balladen spricht mich am meisten das superbe "Lazarus Heart" an, welches Janet Gardner wunderbar gefühlvoll intoniert und beweist, dass sie auch Jahr(zehnte) nach VIXEN noch immer zu den besten Rock-Vocalisten zu rechnen ist. 

Auch im Midtempo-Bereich gibt es einige lockere AOR-Nummern, die das Summer-Feeling in die beginnende kalte Jahreszeit zurückbringen, allen voran "Taller", eine der viele PETERIK-typischen Hymnen.

Auf "Sin To Believe A Lie" wird gegen Ende sogar noch  einmal eine für Melrock-Verhältnisse heftigere Gitarre angeschlagen, ehe das Album mit dem leicht countrybeeinflussten "Stronger At The Broken Places" und dem ruhigen "Brave Is Beautiful" ausklingt.

Die Instrumentalfraktion ist, wie bereits erwähnt, ebenfalls prominent besetzt, allen voran mit Jennifer Batten an der Klampfe, die die meisten wohl aus ihrer Zeit in der Tourband von MICHAEL JACKSON kennen. Die restlichen Namen sind mir nicht alle geläufig und können der Tracklist entnommen werden.

Alles in Allem ist "Tigress - Women Who Rock The World" eine äußerst runde Sache geworden, etwas abseits vom üblichen Frontiers/AOR-Schema. Wer weiblich-melodischen Gesang mag, ist hier sehr gut aufgehoben. Zwei bis drei Songs zünden vielleicht nicht ganz so und manche Ballade schrammt schon einmal arg nahe am Kitsch vorbei, aber das kennen wir ja auch von PRIDE OF LIONS und manchen anderen Songs der PETERIK-Schmiede, die oftmals voller Pathos sind.

Volle Empfehlung für den etwas ruhigeren Musikgeschmack.

                      



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (25.11.2021)

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