NOVA SPEI - Sequentis

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VÖ: 12.11.2021
Bandinfo: NOVA SPEI
Genre: Groove Metal
Label: Bam&Co Heavy
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Lineup  |  Trackliste

Es gibt mal wieder einen Neuzugang in der Review-Rubrik hier bei STORMBRINGER. NOVA SPEI heißt die Combo, die aus dem französischen Teil Kanadas die Welt erobern will. Bereits 2012 gegründet legt man jetzt mit "Sequentis" das zweite Full-Length-Album vor. Auf dem zwölf Tracks umfassenden Machwerk versucht man die Fans des stampfenden Groovemetal - garniert mit progressiven Bits and Pieces - von sich zu überzeugen.

"Animal" - der Opener fetzt gleich mit Volldampf los und man springt geistig schon im Circle Pit herum. Tiefe Gitarren gepaart mit der aggressiven Grundstimmung transportieren exakt die Message des Songs. Grenzen überschreiten, Rastlosigkeit, Motivation, um seine Ziele zu erreichen. "Animal" erreicht dieses Ziel.

"Génération Perdu" - hier wird die verlorene, digitale Generation besungen, die sich in den weiten der Online-Communities verliert und das echte Leben aus den Augen verliert. Stilistisch ähnlich zu Track Nummer eins geht der klar gesungene Refrain extrem ins Ohr.

"Assez" - marschiert ebenfalls brutal nach vorn und handelt von "denen da oben" in ihren Elfenbeintürmen, die den selbst vorgegebenen moralischen Werten nicht gerecht werden. Die Double-Time-Passagen im Pre-Chorus brechen gekonnt den Groove und bringen Abwechslung in den Track.

"La Proie" - hier wird ein weiteres heißes Eisen angefasst - Gewalt gegen Frauen. Etwas, das das nicht oft genug thematisiert werden kann. Die Nummer an sich wirkt nicht so homogen. Der Refrain ist zwar catchy, aber im Ganzen wirkt "La Proie" etwas spröder.

"Sorcière" - ähnliches Fahrwasser wie zu Beginn. Feiner Breakdown, wenn die Hexe verbrannt wird, gefolgt von einem starken Solo.

"Digitalisés" - Konsumwahn und alles was damit zusammen hängt wird in Track Nummer sechs behandelt. Diese Nummer ist eine kleine Wundertüte. Zu Beginn beschreitet man die bekannten Pfade - biegt aber dann in eine andere Richtung ab und versprüht starke Prog-Vibes. Interessantes Drumming mit spannendem Timing sind die Zutaten für eine sehr kurzweilige Nummer.

"Nouvel Espoir" - der Glaube an sich selbst und im Kollektiv Großes bewegen. Darum geht es bei "Nouvel Espoir". Marschiert auch ordentlich. Die Bridge vor dem letzten Chorus bricht den Rhythmus etwas, geht aber wieder astrein in das Finale über.

"Damné" -  numéro huit plätschert so dahin und bietet wenig Highlights. Bisher der schwächste Song des Albums.

"Qui sème le vent" - wer Wind sät...hier geht es um den Umgang mit seinen Mitmenschen und den Konsequenzen daraus. Wieder dominiert fetter Groove in den Strophen im Wechselspiel mit melodischem Refrain. Im letzten Drittel leitet ein Breakdown über in das Solo und dem letzten Refrain.

"Tête dure" - der harte Kopf. Gemeint ist, wie wir hier in Österreich sagen, ein Sturschädel, der nicht fähig ist, sich eigene Fehler einzugestehen, geschweige denn, daraus zu lernen und sich demnach hauptsächliche selbst im Wege steht. Es wird einen Gang zurückgeschaltet und Track Nummer zehn ist ein wenig relaxter. Für NOVA SPEI-Verhältnisse.

"Mal incarné" - Innerer Schmerz und Zerrissenheit, die einen verzehren - das Thema des vorletzten Tracks. Etwas gedämpfter und reduzierter versucht man hier, diese inneren Kämpfe zu vertonen, was ganz gut gelingt.

"Démocratie bafoué" - natürlich bekommen auch unsere Politiker:innen ihr Fett weg. Die Scheinheiligkeit, mit der diese oft agieren, ist das Abschlussthema von "Sequentis" und man endet mit bewährten Zutaten. Wobei derart tiefe Growls wie in der Mitte des Songs doch eine Ausnahme - aber sehr passend -  sind

Fazit: das waren sie also, zwölfmal grooviger Metal auf Französisch - aus Kanada. "Sequentis" von NOVA SPEI bietet so manch kurzweiligen Song. Vieles davon zündet sicher live im Moshpit und sorgt dafür, dass die Crowd ausflippt, weil sie es verstehen, mit ihren Riffs und fetten Grooves die Gliedmaßen in Bewegung zu versetzen. Über die gesamte Länge fehlen ein wenig die Highlights innerhalb der einzelnen Nummern, um diese unterschiedlicher zu gestalten. Es sollte mehr Passagen wie zum Beispiel in "Digitalisés" geben, um die Spannung länger aufrecht halten zu können. 

Aber, trotz allem ein Album, das Spaß macht und Freunden des good old Groovemetals gefallen dürfte.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Hans Unteregger (09.11.2021)

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