OMNIUM GATHERUM - Origin

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VÖ: 05.11.2021
Bandinfo: OMNIUM GATHERUM
Genre: Melodic Death Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Drei lange Jahre haben uns die finnischen Melodeather von OMNIUM GATHERUM auf ihre neue Scheibe warten lassen. "Origin" ist das mittlerweile achte Studioalbum der Formation aus Kotka im Süden des Landes der 1000 Seen. Und was uns die sechs Herren hier kredenzen, beweist einmal mehr, dass OMNIUM GATHERUM nicht erst seit ihrem letzten Output ("The Burning Cold", 2018) zur Speerspitze des finnischen Melodic Death Metal gehören und absolut zu Recht in einem Atemzug mit Genre-Institutionen wie AMORPHIS oder INSOMNIUM genannt werden müssen.

Ohne die Progressivität der beiden Vorgänger "The Cold Burn" (2018) und "Grey Havens" (2016) komplett über Bord zu werfen, sind die Finnen auf "Origin" (wieder) um einiges eingängiger geworden und schütteln am laufenden Band schier unglaubliche Melodien und Harmonien aus dem Ärmel. Die neue Scheibe erinnert ein wenig an das 2013er Output "Beyond", das seinerzeit ganz ähnlich gestrickt war.

"Origin“ startet nach einem gitarrendominierten Intro mit "Prime", und damit auch gleich mal mit dem ersten Hit des Albums. Die Hookline setzt sich sofort fest, und Jukka präsentiert sich in vokaler Bestform. "Prime" ist ungemein treibend, vorwärts drängend und ein wirklich gelungener Einstand. 

Es folgt mit "Paragon" die erste Vorab-Single des neuen Albums und gleichzeitig einer meiner persönlichen Höhepunkte des aktuellen Longplayers. Der Chorus erinnert in seiner Intensität und Dichte an die Chor-Klang-Collagen von DEVIN TOWNSEND in seinen besten Momenten und bildet einen grandiosen Kontrast zu den harschen Growls. 

"Reckoning" erinnert stark an die OMNIUM GATHERUM Landsleute AMORPHIS und hätte auch auf "Queen Of Time" keine schlechte Figur gemacht. Aber natürlich ist der Track keine Kopie, sondern eigenständig und nur von den Einflüssen der Melodeath-Ikonen aus Helsinki geprägt. Gleiches gilt für "Fortitude", das einige Parallelen zu "Death Of A King" aufweist, nichtsdestotrotz aber seinen ganz eigenen, progressiv-melancholischen Weg beschreitet. "Friction" ist der siamesische Zwilling von "Fortitude", die Nummer beginnt rau und unbändig wild, präsentiert aber im weiteren Verlauf auch eine dieser traumhaften Melodien zum Niederknien. Und auch der DEVIN TOWNSEND Gedächtnis-Klargesang ist hier wieder mit von der Partie. Ich liebe diese Passagen!

"Tempest" reißt von Beginn an mit und dürfte die zukünftige Live-Nackenbrecher-Hymne der Finnen werden, denn hier ist sechs Minuten lang Headbang-Dauer-Rotation angesagt. Die vierte Single, "Unity" erinnert etwas an die prachtvoll-melancholische Epik von INSOMNIUM, die OMNIUM GATHERING hier gekonnt in ihr Klanguniversum transportieren.
Der Albumcloser schließlich, ist mit seinen knapp neun Minuten nicht nur der längste Track des Albums, sondern auch ein klassischer Trademark-Collector, der (noch einmal) alle OMNIUM GATHERUM Aspekte in sich vereint und so einen überaus würdigen Abschluss für "Origin" bietet.

 

Fazit:

Die dreijährige Wartezeit hat sich mehr als gelohnt. OMNIUM GATHERUM beglücken die Hörerschaft mit einem exzellenten Melodeath-Scheibchen, vollgepackt mit großartigen Melodien, Wasserfällen aus purer Melancholie, immer wieder passend integrierter Prog-Elemente und trotzdem einer gesunden Portion Härte. "Origin" ist eine absolut runde Sache geworden und reiht sich ganz oben im Backkatalog des finnischen Melodic Death Metal Sextetts ein! Well done! 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (11.11.2021)

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