ABSCESSION - Rot Of Ages

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VÖ: 19.11.2021
Bandinfo: ABSCESSION
Genre: Death Metal
Label: Transcending Obscurity
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Death Metal aus Schweden muss klingen wie Death Metal aus Schweden - dieses Postulat folgt direkt nach dem Grundgesetz, den ersten beiden Hauptsätzen der Thermodynamik und den Regeln des Fight Club (worüber wir hier kein Sterbenswörtchen verlieren...). Doch richtig gut wird es erst, wenn der präsentierte Schwedeath eben nicht klingt wie jeder x-beliebige Schwedeath aus dem HM-2-Zufallsgenerator. Diese Tugend, die man entweder durch geschickt ungenerisches Songwriting oder einen infinitesimalen Grad kompositorischer Nestbeschmutzung erreichen kann, vereinen ABSCESSION aus Linköping mit ihrem Zweitwerk "Rot Of Ages" unter einem Dach.

Was ihre Musik angeht, muss man dem Dreigespann um BLOOD OF SERPENTS-Frontmann Thomas Clifford zunächst zugestehen, dass sie erwartungsgemäß tief in der schwedischen Geweihschleiferei verankert sind und entsprechend standesgemäße Kost zusammenbrauen. Das Grundgerüst ist damit zementiert, doch selbst an der originär klassischen Musikfront begeistert die Truppe bereits mit ihrem ausgesprochen eingängigen Songwriting und den überwiegend unausgelatschten Riffs (z.B. im Opener "Rat King Crawl"). Was aber den ohnehin schon kurzweiligen Spaß noch aufwertet, ist die kompositorische Vielfalt, die sich in einem bunten Strauß verschiedenartiger Tracks manifestiert.

So erinnert der mitteltourige Earcatcher "Dead Man's Hate" bspw. an die halbmelodischen Kollegen von REVOLTING, wogegen in "The Final Furnace" schwarzmetallische Allüren à la BLOOD OF SERPENTS durchschimmern und in "Rains Of Death" streckenweise der reine Melodeath regiert. Und mit "When The Guillotine Falls" erwartet einen in der zweiten Halbzeit nochmal ein Chamäleon von einem Song: treibende Highspeed-Crust-Punk-Ballerei wird mit dem bereits an anderer Stelle beobachteten Faible für Melodeath legiert und mit einem schleppenden Abgang mit Klargesang abgerundet - großes Kino!

Damit ist klar, wo man als eingesessener Elch-Fan unbedingt hinhören sollte. Zwar kann man sich in diesen Gefilden nie über aurale Unterernährung beschweren, doch muss man die originellen oder anderweitig herausstechenden Vertreter meist suchen wie die berühmte Nadel im Heuhaufen. Aber wenn es in diesem Jahr neben der neuen WOMBBATH (Spoiler) ein (mehr oder weniger) reines Schwedeath-Album gibt, das man unbedingt auf dem Schirm haben sollte, dann ist es ABSCESSIONs "Rot Of Ages".



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (16.11.2021)

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