THE LURKING FEAR - Death, Madness, Horror, Decay

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VÖ: 19.11.2021
Bandinfo: THE LURKING FEAR
Genre: Death Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste

Wäre es nach einer Majorität der Reaktionen auf "Out Of The Voiceless Grave" gegangen, würden wir hier höchstwahrscheinlich nicht über THE LURKING FEARs zweites Werk "Death, Madness, Horror, Decay" sprechen, sondern hätten den Namen der schwedischen Death-Metal-Supergroup, die überhaupt keine sein will und sich dementsprechend auch nicht im großen Stile promoten lässt, stattdessen längst aus dem Gedächtnis gestrichen. Respektlos. Das Debüt mag weder originell noch besonders weltbewegend geklungen haben, souveräner, stimmungsvoller und - vor allem - langlebiger als das Gros aufstrebender OSDM-Regimenter aber allemal. Die Zusage für die Promokopie war also Ehrensache.

"Death, Madness, Horror, Decay" schlägt in dieselbe Kerbe, ist aber noch eine Spur asozialer produziert und im Kontext sogar noch etwas düsterer, gefühlt noch etwas näher am H.P. Lovecraft Horror, der mal wieder als thematisches wie atmosphärisches Fundament dient. Stilistisch wird natürlich primär mit Death-Metal-Projektilen ganz alter Machart auf interessierte Zuhörer:innen gefeuert (z.B. in "Abyssal Slime", "Funeral Abyss", "Architects Of Madness" und dem Titeltrack), doch wird man des Weiteren auch von rostigen Crust-Schneiden filetiert (u.A. "Death Reborn" und "Cosmic Macabre"), mit flottem Death'n'Roll über den Haufen gefahren ("In A Thousand Horrors Crowned"), von zähen Doom-Brocken erschlagen ("Kaleidoscopic Madness" und "Ageless Evil") oder von schwarzmetallischen Klängen in den nächstgelegenen Wald gelockt und dann dort erschlagen ("One In Flesh"), sprich: die Bandbreite ist für eine olle OSDM-Band gar nicht so beschaulich, wie man das möglicherweise erwarten würde. Mit "Restless Death" und "Leech Of The Aeons" warten zudem zwei heftige Kracher darauf, das Ende gebührend zu zelebrieren.

Wie gesagt: THE LURKING FEAR bereifen die Old-School-Death-Metal-Karosse sicherlich nicht mit revolutionärem Material, aber sämtliche gesammelten Erfahrungen und erlangte Skills kann man allen Beteiligten nicht streitig machen. Tomppa klingt schön angepisst, Jonas Stålhammar und Fredrik Wallenberg wüten sich durch die düstersten Ecken des Extreme Metal, Andreas Axelson würgt dazu im Takt an den Gurgeln der Hörerschaft und Adrian Erlandsson zertrümmert die Schädel. Das Songwriting ist für ein OSDM-Album angenehm vielfältig und die Songqualität an sich sehr gut. Kurzum: "Death, Madness, Horror, Decay" ist eine unterhaltsame Zeitreise mit atmosphärischem Lovecraft-Twist. Me likey.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Pascal Staub (16.11.2021)

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