MALADY - Ainavihantaa

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VÖ: 10.12.2021
Bandinfo: MALADY
Genre: Progressive Rock
Label: Svart Records
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Lineup  |  Trackliste

Der dritte Longplayer von MALADY – „Ainavihantaa“, einer in Finnland, genauer Helsinki, beheimateten Band fällt trotz der breiten Palette an Instrumenten, die einer klassischen Rock-Combo nicht zuzuordnen sind, unspektakulär aus. Daran hervorzuheben ist, auf die kürzlich besprochenen Bands wie RHIZONE bzw. BARON CRÂNE verweisend, die beide hervorragende Alben lieferten, dass MALADY durchaus im Radio, so nebenbei während einer Autofahrt in Richtung der untergehenden Sonne gehört werden kann, es handelt sich sozusagen um ein hörer*innenfreundliches Album. Ein samtener Untergrund zieht sich durch das gesamte Album, der einen wohlig warm auffängt, trägt, zur Ruhe kommen lässt.  
Der Gesang, könnte nicht behaupten, einer finnougrischen Sprache mächtig zu sein, fällt kaum ins Gewicht, zu verhalten und reduziert, schmiegt er sich an den musikalischen Untergrund.

„Alava vaara“: Es dauerte eine Weile, bis ich mich hier zurecht fand. Ein Metronom, ungerade Takte, nach dem Intro eine immer wieder kehrende Basslinie, die ich jedoch fast zu schlicht fand, die Intonation diverser Instrumente. Im Grunde kein schlechter Einstieg, wenngleich es auf dieser Langrille beachtenswertere Lieder zu finden gilt.

Vapaa ja autio“ ist wieder so ein instrumentales Lied mit erhabener, eindringlicher Harmonik, das ich eher in Richtung Fusion kategorisieren wollte. Es rinnt runter wie Öl.  

Ähnliches gilt für „Sisävesien Rannat“ Wunderschöne Harmonien, als würde man durch den skandinavischen Wald zur Herbstzeit stapfen. Der Boden ist bedeckt von frisch gefallenem Schnee, der so flockig fiel, dass Fußspuren nicht den geringsten Laut erzeugen. October Rust, made in Finland.

Dyadi“ wummert dann fast zu unspektakulär in den Äther. Doch Moment: Nach etwa Minute 5:00 erklingt Psychedelisches, die Gitarre spielt angenehm klingende Oktaven und ein Saxophon stimmt bis zum bitteren Ende ein.

 



Havaan väri“: Hier matchen sich Gitarre und das Sax, wobei die Orgel ebenfalls ein Tönchen mitzureden hat. Die Schönheit der klanglichen Performance, schmeichelt meinem neu erworbenem nicht wirklich High-End-Kopfhörer.

Ainavihantaa“: Das letzte Lied fällt wieder so verhalten aus, dass ich hier wenig zu schreiben weiß. Es gefällt, ist aber nicht der stärkste Song dieser Langrille.

Fazit: „Ainavihantaa“ ist ein Album, das die Schönheit und Vollkommenheit musikalischer Formgebung in den Vordergrund stellt. Es hätte mich nicht gestört, wenn der ohnehin spärliche Gesang ausgespart geblieben wäre. Ein gutes, wärmendes Album des Jazz-Rocks anno Domini 2021, ein Advent, eine Ankunft, die sich auf die Fusion-Altvorderen des letzten Jahrhunderts beruft. Von all den schönen Klangbildern bin ich derart eingenommen, dass ich hier nicht einen Kritikpunkt aufzubringen im Stande bin. Das Seiende ist sehr zufriedenstellend, das Mögliche irrelevant.  



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Richard Kölldorfer (03.12.2021)

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