NEEDLESS - The Cosmic Cauldron

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VÖ: 07.01.2021
Bandinfo: NEEDLESS
Genre: Melodic Death Metal
Label: Uprising Records
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Lineup  |  Trackliste

Im östlichen Nachbarlande, dessen vor exakt 100 Jahren abgesäbeltem Land der Burgen, regt sich 2021 Widerstand. Nicht etwa, was die Rückrufaktion bezüglich verlorener Weinanbaugebiete betrifft, nein, das Gegenteil ist der Fall: NEEDLESS aus Ungarn kredenzen ihren zweiten gereiften Longplayer, ein Konzeptalbum, wobei es um einen Kosmonauten geht, der ein Geschenk erhält und zwar von einem Wesen jenseits des bekannten Universums. So weit, so gut, der Einstieg zum Ausstieg ist getan. "The Cosmic Cauldron" offenbart in zehn Kapiteln, ein Science-Fiction-Story, die Melodic-Death-Metal-Gefilde umschifft.

Der Einstieg mit dem Intro zu „Warvoid A.D.“ erfolgt prägnant: atmosphärische Geräusche, eine gepickte Gitarre, ein Funkspruch. Ein klassischer old style Death-Metal-Song wird ausgebreitet. An sich nicht schlecht, andererseits hätte das Lied ein wenig aufgepeppt werden können. Ein paar Artificial-Harmonic-Töne hier, ein kleines Break mit Taktwechseln da. Schließlich schreiben wir die Sternzeit 2021 nicht 1991.

Astrogate The Spectral Lane“ hat gute Riffs mit ungeraden Takten und Melodien am Start. Das melodiöse Solo hätte ein wenig exaltierter ausfallen dürfen.

Was „The Predation“ angeht, haben wir es mit einer passablen 90er-Nummer des letzten Jahrhunderts zu tun. Weil sich die Band indessen auf Zukünftiges beruft, hätte ich mir Richtungsweisenderes gewünscht.

So zieht sich die musikalische Charakteristik fröhlich fort, solide jedoch unter Aussparungen von Überraschendem. Erst bei „Chrononaut“ (Track 8) lässt einen das Interludium mit Klargesang und guter Gitarren-Arbeit hellhörig werden. Ja, davon hätte ich gerne mehr gehört.

Planet Oblivion“: Das Ende naht, der güldene Schnatz öffnet sich. Mehrstimmiger, weiblicher und männlicher Klargesang, teilweise gegrowlt, offenbaren sich. Das Lied an sich ist eher unspektakulär, gut, aber nicht sehr gut.

Das letzte Lied „Transgalactic“ würde ich wieder als klassische Death-Metal-Nummer kategorisieren wollen. Das Fading-Out hält ein eine Überraschung bereit: Klavierklänge. Es ist getan.

Fazit: Ein solides Album der ungarischen Death-Metal-Zunft, die auf Altbewährtes setzt und das bildet meiner Meinung einen Widerspruch zum Thema des Konzept-Albums. Als Referenz ist das vor Kurzem besprochene, hervorragende Werk von SYLVAN „ONE TO ZERO“, das zwar eher dem Prog-Rock zuzuordnen ist, durchaus heranzuziehen. Leider muss hier ein weiterer Kritikpunkt angeführt werden, der sich mit dem Reigen traditionellen Death-Metals weniger gut verträgt: Der Gesang müsste etwas differenzierter ausgeformt werden, jedenfalls, wenn moderner Death-Metal des 21. Jahrhunderts auf dem Zaunpfahl von NEEDLESS eingebrannt wurde.  



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Richard Kölldorfer (02.01.2022)

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