RHAPSODY OF FIRE - Glory For Salvation

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VÖ: 26.11.2021
Bandinfo: RHAPSODY OF FIRE
Genre: Power Metal
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

RHAPSODY OF FIRE sind ja immer schon so eine Geschmackssache. Die einen suhlen sich mit Vorliebe im kitschklebenden Bombast, während andere vom musikalischen Knallbonbon der Italiener Pickel am Arsch bekommen. Zuletzt hatten die Italiener rund um Alex Staropoli mit „The Eight Mountain“, dem ersten Album der Trilogie „The Nephilim’s Empire Saga“, einiges richtig gemacht, nun folgt mit „Glory For Salvation“ der zweite Schlag. Die zwischendurch eingeschobene, reichlich verunglückte EP „I'll Be Your Hero“ klammern wir an dieser Stelle einfach mal großzügig aus.

„Glory For Salvation“ liefert das, was man von RHAPSODY OF FIRE erwartet, auf gewohnt hohem Niveau aber mit ebenso wenig Überraschungen. Das ist per se nicht schlecht, denn Alex Staropoli und seine Mannen agieren auf gewohnt hohem Niveau, dass das Herz eines jeden Melodic Power Metallers vor Verzückung hüpft. Natürlich nur, sofern man möglichst brachialem Gitarrensound nur wenig Bedeutung beimisst, denn wie von den Italienern gewohnt, steht das Keyboard deutlich dominant im Vordergrund, jedoch ohne die Songs in allzu ausuferndem Bombast zu ertränken. Das 80er-Bontempi-Gedächtnis-Keyboard im bereits von der gleichnamigen EP bekannten „I'll Be Your Hero“ macht das naturgemäß nicht wirklich besser, auch wenn sich „Seeb“ Levermann nach Kräften bemüht hat, der Zuckerwatte zumindest ein wenig metallischen Touch zu spendieren. Im Falle von zackigen Songs wie „Maid of The Secred Sand“ oder „Chains of Destiny“ macht das dann auch richtig Laune.

Dass RHAPSODY OF FIRE mit der Verpflichtung von Giacomo Voli eine extrem gute Wahl getroffen haben, das zeigt sich vor allem im düsteren, ausladenden „Abyss Of Pain II“, in dem selbiger seine komplette stilistische Bandbreite, von kräftig-klarem Gesang bis hin zu direkt aggressivem Gebell mit großem Selbstbewusstsein durchackert. Durch das vergleichsweise derbe Riffing und die drängenden, hochdramatischen Chöre entwickelt sich der Song auch recht schnell zum Highlight des Albums. Dem gegenüber stehen aber auch die eine oder andere glatt durch den Hörtrakt rauschende Nummer wie das höhepunktsarme „Infinitae Gloriae“ und unterm Strich entbehrliche Ausflüge in folkige Gefilde wie „Eternal Snow“ und „Terial The Hawk“, dessen Geflöte nach einigen Durchläufen dann doch eher enervierend den Fluss des Albums bricht.

Die obligate Ballade ist mit „Magic Signs“ am Start und macht seine Sache auch äußerst gut – selbigen Titel aber (wie schon auf der Appetizer-EP mit „The Wind, The Rain And The Moon“ vorexerziert) auch noch in italienischer und spanischer Sprache hinten ans Album zu tackern, schießt zum Schluss doch noch einmal übers Ziel hinaus.

Abgesehen von dieser etwas entbehrlichen Praktik, die aber schon von der vorherigen Publikation bekannt ist, bekommt der geneigte Anhänger melodischer Klänge italienischer Bauart aber genau das was er erwartet, in gewohnter Form. Insgesamt präsentiert sich „Glory For Salvation“ gewohnt stark und eingängig, dass man bis auf ein paar Kritikpunkte nicht großartig meckern kann. Gerade an der vokalen Front, wo Giacomo Voli nun deutlich selbstbewusster agiert, kann man bei RHAPSODY OF FIRE eine Steigerung im Vergleich zu „The Eight Mountain“ verorten, ansonsten ist aber alles beim Alten. Und irgendwie ist das auch gut so.

 

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Anthalerero (29.11.2021)

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