RESTLESS SPIRIT - Blood of the Old Gods

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VÖ: 10.12.2021
Bandinfo: RESTLESS SPIRIT
Genre: Doom Metal
Label: Lifesblood Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits  |  Trivia

Die groovigen Doomer RESTELSS SPIRIT sind zu ihren Wurzeln zurückgekehrt und haben Jon Gunsman, der erste Schlagzeuger der Band, wieder ins Boot geholt. Die Freude über die Wiedervereinigung muss groß gewesen sein, denn Blood Of The Old Gods ist innerhalb eines Monats aufgenommen worden. Was RESTLESS SPIRIT jetzt einem vor den Latz knallt, ist eine energische Platte mit kleinen, aber feinen Stilverbesserungen, die sich gewaltig anhören.


Aloisio hat sein Gesangsrepertoire erweitert und singt mit mehr Kratzen in der Stimme, das in „Judgement And Exile“ zum Besten gegeben wird. Es ergänzt seinen eher klaren Gesang hervorragend und zeigt, dass RESTLESS SPIRIT stets versuchen, an ihrem Musikstil zu arbeiten.


Im Vergleich zum Vorgängeralbum wirkt Blood Of The Old Gods energischer als davor. Zum Bespiel in „Cascade Immolator“ beginnt Aloisio (Gitarre) mit mächtigen Heavyriffs, in denen zwischendurch hektisch gespielte Noten hineingepfeffert werden – ein toller Mix aus schwungvollem Rhythmus und wilden Riffing.


Das ist nicht nur Aloisios Spielweise geschuldet, beim Abmischen wurden ein paar Dinge verfeinert. RESTLESS SPIRIT setzen auf hellere Töne und bewegen sich ein wenig vom basslastigen Gitarrensound weg. In „Crooked Timber Of Humantiy“ kommt das Upgrade gut zur Geltung und verleiht dem Solo einen bissigen Unterton.

Im Doom Metal ist träge Musik beinahe ein Muss, bedeutet aber nicht, dass man nicht gelegentlich auf die Pedale treten darf. Die Stärke von Blood Of The Old Gods ist der herrliche Drive, der einen von Sekunde Null auf die Ohren gedrückt wird. Mit einem gewaltigen Riffgewitter wird die Stimmung angeheizt, von dem sich der Schlagzeuger zur Höchstleistung animieren lässt, und findet ihren Höhepunkt in einem wilden Solo ab der Hälfte des Lieds - eine gelungene Abwechslung zur sonst so trägen Doom Musik.

Wo RESTLESS SPIRIT dann doch auf die Bremse treten, hört man bei „Haunted“. In der Acht-Minuten-langen Nummer spürt man anfangs noch die Energie wie vorhin, nur dann geraten sie ins Strauchen. Mit dem stockenden Powerchordgeklimper, der ungefähr ab der Hälfte den nächsten Part des Lieds einleitet, klingt eher lau als wow. Es hätte nicht geschadet, das maue Gitarrenmanöver einfach wegzulassen.


Wenn man ein Album aufnimmt, gibt es immer Schrauben, an denen man drehen kann, sei es beim Gesang, sei es bei der Gitarrenspielweise oder bei der Art, wie der Sound abgemischt wird. Trotz des kleinen Durchhängers in „Haunted“, haben die kleinen Schrauben bei Blood Of The Old Gods großartiges bewirkt und das zur Freude der Doom Aficionados.

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (08.12.2021)

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