VAHRZAW - The Trembling Voices Of The Conquered Men

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VÖ: 10.12.2021
Bandinfo: VAHRZAW
Genre: Black / Death Metal
Label: Transcending Obscurity
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Was schreibt man über eine Band, die für einen kaum anders klingt als die gefühlt zwölftausend anderen Review-Opfer-Anwärter, die man so zwischen Frühstück und Mittag noch auf dem virtuellen Plattenteller hatte? Um ehrlich zu sein, ich weiß ich es nicht. Stattdessen lausche ich den zitternden Stimmen der besiegten Männer und schreibe eine Abhandlung über das australische Schwarztod-Aufgebot VAHRZAW und ihr ebenso betiteltes Viertwerk.

Das nach Labelinfos kriminell unterbewertete Trio durchlebte zu Beginn der 1990er Jahre diverse Larvenstadien unter verschiedenen Namen, bis es schließlich unter dem hier markierten Banner zu bestäuben begann. Obgleich die Truppe schon lange im Geschäft ist, hielt sie sich vergleichsweise lang - genau genommen bis zum Erscheinen ihres Debütalbums 2009 - bedeckt bzw. mit Kompaktreleases wie Demos, EPs und Splits über Wasser. Seitdem beobachtet man einen mehr oder weniger konventionell strömenden Fluss regulärer Langspieler, worunter besagtes "The Trembling Voices Of The Conquered Men" der vierte und neueste Streich ist.

Zur Musik: VAHRZAW spielen Black/Death Metal mit kleineren Ausschmückungen. Punkt. Und auf die Gefahr hin, mich selbst schwerwiegender analytischer Versäumnisse im Sinne des internationalen Musikjournalistenstrafrechts zu überführen, muss ich eingestehen, dass ich den Grund für die Sträflichkeit des hier unterstellten Understatements noch nicht identifiziert habe. VAHRZAW zählen sicherlich nicht zu den untalentiertesten Aggregationen ihrer Zunft und bieten die ein oder andere Überraschung - eine Prise Heavy-Metal-Twins hier, ein Hauch dissonante Pigmentierung da und obendrein der unverhoffte Eindruck, man habe in "Vultures" flüchtig in Meister Megadaves Flitzefingerküche genascht.

Das alles mag hinreichend auffällig sein, um kurz interessiert aufzuhorchen oder in einem einschlägigen Fachbeitrag wie diesem darüber zu referieren, doch bleibt der bodenständige Black/Death Metal der Aussies am Ende schlicht und ergreifend bodenständiger Black/Death Metal. Keine Kröten, keine Hits und summa summarum wenig, das einen über die moderate Distanz von 34 Minuten wirklich bei der Stange hält. Ausnahmen wie vereinzelte Ohrwurm-Vorstufen in "As Ships Upon Shores" bestätigen natürlich die Regel - aber wenn das alles ist, was sich hinter criminally underrated verbirgt, dann höre ich wohl bald die Handschellen im Stormbringer-Loft klicken (und das nicht nur, weil der Kollege Lustig mal wieder BABYMETAL hört).



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (08.12.2021)

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