THERE’S A LIGHT - f̶o̶r̶ ̶w̶h̶a̶t̶ ̶m̶a̶y̶ ̶I ̶h̶o̶pe̶? for what must we hope

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VÖ: 10.12.2021
Bandinfo: THERE’S A LIGHT
Genre: Post-Rock
Label: Napalm Records
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Lineup  |  Trackliste

Bei THERE'S A LIGHT handelt es sich um eine Post-Rock-Band aus dem Schwarzwald - aus der Taufe gehoben 2011, 2018 kam das Album Nummer eins "A Long Lost Silence" und nun wird mit "f̶o̶r̶ ̶w̶h̶a̶t̶ ̶m̶a̶y̶ ̶I ̶h̶o̶pe̶? for what must we hope?" der zweite Longplayer vorgelegt und versucht (vornehmlich instrumental) das Publikum zu verzaubern.

Der rote Faden, der sich durch das Album zieht, ist die Hoffnung und wie zwiespältig man diese wahrnehmen kann. Gerade jetzt, wo unsere Welt auf den Kopf gestellt wird, ist es dieses Gefühl, das die einen durchhalten und die anderen verzweifeln lässt. Je nachdem, ob man hoffungsvoll oder hoffnungslos in die Zukunft blickt. THERE'S A LIGHT versuchen beide Facetten musikalisch herauszuarbeiten. Sie tun dies hauptsächlich instrumental. Vocals werden nur sehr spärlich als Stilmittel eingesetzt. Lasst uns gemeinsam einen Streifzug durch die elf Tracks machen, die zwischen knapp zweieinhalb und acht Minuten lang sind.

Unsere Reise beginnt mit geblähten Segeln. "The Storm Will Set The Sails" eröffnet sanft und wohlig. Ein Klangteppich aus zarten Gitarren- und Pianoklängen holt einen ab, um gegen Ende von treibenden Drums verdrängt zu werden, die uns gleich den Gezeiten ausliefern. "Within The Tides" wird zu Beginn von flirrenden Gitarren und einem dreckigen Basston dominiert. Beides tritt im Verlauf in den Hintergrund und der Synth-Teppich kommt in den Vordergrund, ehe wieder Gitarre und Drums übernehmen. Man wird tatsächlich ein wenig an die Gezeiten erinnert. Analog zum ständigen Wechselspiel von Ebbe und Flut verschiebt sich auch hier immer wieder der Fokus dessen, was sich im Vorder- beziehungsweise im Hintergrund abspielt. "Magnolia" nimmt das Tempo raus, schafft es aber trotzdem eine einnehmende Atmosphäre zu schaffen und verleitet dazu, seine Gedanken kreisen zu lassen. Beim treibenden "Like The Earth Orbits The Sun" tritt erstmals die Stimme von Bassist Andreas Richau in Erscheinung. Trotz zurückhaltendem Gesang wird die Stimmung des Songs verstärkt und gepaart mit eingängigem Songwriting gräbt sich Song Nummer vier tief in die Gehörgänge. Auch "Dark Clouds Behind, Bright Skies Ahead" folgt dem gleichen Schema. Man erschafft große Klangwelten, die aber nichtsdestotrotz sehr intim und fragil wirken. Auf Track Nummer fünf akzentuiert durch Akito Goto am Cello. Dieses Cello mit Akito Goto taucht auch in "Appearance Of The Earth" nochmal auf und fügt sich nahtlos ins Gesamtkonzept des Songs.

Es ist müßig zu versuchen, jeden einzelnen Song zu besprechen, da man "f̶o̶r̶ ̶w̶h̶a̶t̶ ̶m̶a̶y̶ ̶I ̶h̶o̶pe̶? for what must we hope?" in seiner Gesamtheit erleben sollte. Das Album bietet wahnsinnig viel zu entdecken, verströmt sowohl Melancholie als auch Lebensfreude, funktioniert wahrscheinlich bei einer nächtlichen Autofahrt genauso gut wie auf der Couch mit Kopfhörern und versteht es den Hörer/die Hörerin in den Bann zu ziehen. Der Einsatz der unterschiedlichsten Instrumente und Sounds greift wunderbar ineinander und es gibt nichts, was einen herausreißt oder fehl am Platze scheint.

Fazit: THERE'S A LIGHT ist mit ihrem zweiten Full-Length-Album ein sehr starker Eintrag in ihrer Diskographie gelungen. Fans von atmosphärisch dichtem Post-Rock und Bands wie zum Beispiel LONG DISTANCE CALLING müssen mindestens ein Ohr riskieren. Ich denke, die Jungs aus dem Schwarzwald können sich berechtigte Hoffnung machen, dass mit diesem Werk ihre Fanbase signifikant größer wird.

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Hans Unteregger (14.12.2021)

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