MERCURY X - Imprisoned

Artikel-Bild
VÖ: 10.12.2021
Bandinfo: MERCURY X
Genre: Progressive Metal
Label: Frontiers Records
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste

Vier musikaffine Schweden kredenzen nach länger Pause, nein, nicht ABBA ist hier gemeint, ihr drittes Album: „Imprisoned“. Im hart umkämpften Progressive-Metal-Terrain Skandinaviens kein leichtes Unterfangen für MERCURY X. Wie es sich für echte Skalden gehört, musizieren diese Mannen hier seit Jugendtagen miteinander.
 
Until The Break Of Day“, ist grundsätzlich ein gut heraus gearbeitetes Lied, ungerade Takte, die zum Mitzählen animieren, die Instrumente stimmig, der Gesang einnehmend. Einziger Kritikpunkt: Die elektrische Gitarre zu Beginn klingt grausam verzerrt wie ein Echo aus einem japanischen Wohlfühl-WC-WD, oh weh.

The Light In Your Eyes“ eröffnet mit einem fast an Power-Metal erinnernden Intro. Der Rest geht in Ordnung mit Ausnahme des chorähnlichen Gesangs, der hier wie dort eingestreut wird: „ahh, ahaaa“, na ja. Um einen weiteren Kritikpunkt anzuführen: Das Gitarren-Solo ist hier zu verhalten, bei dieser stakkatoartigen Ausformung der Rhythmusgitarre ist mehr Esprit von Nöten.

Lonley“: Die Interaktion zwischen Gitarre und Schlagzeug ist hier gut gelungen, der Rest der instrumentalen Ausformung, ebenso, einzig der Gesang könnte mit etwas mehr Elan dargeboten werden, gut, für das Gitarren-Solo gilt dasselbe wie beim letzten Lied.

Imprisoned“ kommt mit gar 20 Minuten 33 Sekunden Länge um die Ecke und um es auf den Punkt zu bringen, es ist der beste Song dieser Langrille. Hier durften sich alle Bandmitglieder austoben. Es gibt mehrere Passagen, die sehr gut gelungen sind. Kleiner Wehrmutstropfen: Irgendwie will der Funke der Erleuchtung nicht so recht überspringen. Die Akzentuierung, die etwa TOOL mit „Lateralus“ gelang, davon ist diese Platte ein Stück weit entfernt.

The Sound Of Nothing“ ist wiederum ein gut ausgearbeitetes Lied, irgendwie fehlt jedoch ein Quäntchen, um lobende Beifallstürme vom Zaun zu brechen.  
 

Fazit: Mit „Imprisoned“ ist Mercury X ein solides Album der Prog-Metal-Zunft im Geiste der Skalden gelungen. Weil die Konkurrenz angeblich nie schläft, um Kapazundern wie EMPEROR, OPETH, MESHUGGAH und Co. das Wasser reichen zu können, bzw. die Wasserverdrängung ausreichend zu gewährleisten, sind noch ein paar ausgedehnte Rudereinheiten auf dem Atlantik zu empfehlen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Richard Kölldorfer (16.12.2021)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE