ERDLING - Helheim

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VÖ: 03.12.2021
Bandinfo: ERDLING
Genre: Dark Rock
Label: Out of Line
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Lineup  |  Trackliste

ERDLING haben sich über die Jahre zu einer Band entwickelt, bei der man fix mit Inhalten aus der germanischen Mythologie im Kleid von Elektro-Gothic-NDH-Mix rechnen kann. Das ganze natürlich auf Deutsch und mit stilistischen Elementen unterstrichen vorgetragen. War es 2020 „Yggdrasil“, der Weltenbaum, der besungen wurde, so hat man sich nun „Helheim“ zugewandt, der Unterwelt. Der Welt, in der diejenigen landen, die nicht auf dem Schlachtfeld den Heldentod starben.
Ausgelöst von Corona ist das Thema in eine Richtung gegangen, wo die Band vertont, dass man eigentlich eher den „normalen“ Tod stirbt und dass dies in der heutigen Zeit noch öfter ist als früher. Somit ist Helheim nicht der Ort, wo man abgestraft wird, sondern eigentlich der Ort, an dem man vergessen wird. Und natürlich gilt für des neue Album das Motto, das eigentlich in Zeiten des Lockdowns jede Band hat: „Wir lassen uns nicht unterkriegen, Helheim kann warten!“

Die Songs zeigen sich von unterschiedlichen Seiten:
Der Opener „Rabenherz“ ist gleich eine Hymne, die das neue Album definiert. Das Video dazu passend düster und heftig. Die Melodie ein Wechselspiel aus Elektro-Speed mit heavy Riffs und Industrial Sound und getragenem Gesang sowie sphärischen, zarten, leichten Keyboardnoten und Chor.

Das „Rabenherz“ leitet den Abstieg nach Helheim ein und somit den energiegeladenen Sprung in die Dunkelwelt. Es gibt bei jeder Nummer Anleihen zur Mythologie von vorn bis hinten. So wird in der „Götterdämmerung“ episch an den Inhalten gewerkelt, es geht um Tod und Ende und den Hinweis, dass er Tod alle betrifft: „Es dämmert in der Götterwelt, auch Götter können sterben.“

„Der Mensch verdient die Erde nicht“ transportiert inhaltlich viel Aktuelles. Es sind einfache Riffs, einfache Keyboard Sequenzen und einfacher Bass, und trotzdem bzw. genau deswegen bleibt es hängen, ist es extrem eingängig und mitreißend, besonders die Chöre, die zum Mitgrölen einladen. Danach folgt in ähnlichem Stil das „Leuchtfeuer“. Eine dahin fetzende Nummer mit nachdenklichen Breaks. Dazu muss ich sagen, dass der Eindruck entsteht, dass sich dieses Schema wiederholt. Das hatten wir doch schon mal wo.
Abwechslung dann im „Fimbulwinter” der Julie Elven featured. Das muss man aber direkt suchen. An sich fällt das Ding für mich unter Minnegesang.

Der „Baum der Welt“… Ist das Yggdrasil? Irgendwie der nächste Einheitsbrei. „Vogelfrei“ unterbricht das Schema der letzten Songs. Der Donnervogel trotzt der Tyrannei. Eine coole Nummer, irgendwo zwischen Gothic und NDH, also Richtung EISBRECHER und MEGAHERZ mit ein wenig BLUTENGEL. Die „Weißglut“ hingegen ist dann rammsteinlastig. Ein hämmernd-hypnotischer Sound und Sprechgesang mit eindringlichen Chören. Hier kommen Emotionen rüber, Wut. Frust. Wow.

Endlich der Titeltrack. Mit „Helheim“ kommt nach dem Wütenden das sphärisch Zarte. Nachdenklich, sinnvoll und traurig schmiegt sich das Stück zusammen und baut sich zum Höhepunkt auf, bei dem Screams zum Doublebass genauso wenig fehlen dürfen, wie zarte Chöre und Keys.
Zum Abschluss gibt es noch „Das Ritual“. Tja. Ein einziger Gedanke: Sind ERDLING nun die deutsche Antwort auf THE HU?

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lady Cat (03.02.2022)

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