HEART LINE - Back In The Game

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VÖ: 19.11.2021
Bandinfo: HEART LINE
Genre: AOR
Label: Pride & Joy Music
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Achtziger inspirierter AOR / Melodic / Hard Rock mit viel Zuckerguss? Ah - sicher schon wieder eine neue unter den unzähligen skandinavischen Combos...

Nein, weit gefehlt, HEART LINE kommen tatsächlich aus dem Land der Croissants, das ja nun nicht gerade als AOR Hochburg bekannt ist. Das Quintett um Band-Mastermind Yvan Guillevic und Sänger Emmanuel Creis ist ganz frisch am Markt. Gerade mal vor einem Jahr gegründet, und man hat bereits einen Debüt-Longplayer in der Pipeline.

Die Musik klingt alt. Nicht im negativen Sinne, aber der Sound von HEART LINE ist derart tief im Goldenen Musikjahrzehnt verankert, dass man beim Hören von "Back In The Game" durchaus immer mal wieder verwundert auf den Kalender schaut. Andererseits kommen wohl auch die Franzosen nicht drumherum, aktuelle Trends mitzunehmen. So ist auf dem Albumcover 'Neon The New Black'. Und die derzeit gehypten 80s Synthieklänge dürfen auch im Sound von HEART LINE nicht fehlen. Nicht besonders eigenständig, doch das heißt nicht, dass das Ganze jetzt schlecht klingt.

Allgemein rocken sich HEART LINE mal mehr mal weniger druckvoll durch die elf Tracks ihres Erstwerkes. Der Opener entpuppt sich nach dem Synth-Intro als ein richtiger Stadion-Rocker mit etwas verhalteneren Strophenparts. Auch "Hold On", "I'm In Heaven" oder "Firedance" schlagen in diese Kerbe. "On Fire" glänzt mit fantastischen Keyboard Lines, und der Titelsong "Back In The Game" punktet mit einem catchy Chorus und der besten Gesangsleistung von Emmanuel auf dem gesamten Album.

Mit "Once In A Lifetime" gibt es die obligatorische cheesy Ballade, die aber zusammen mit "Firedance" und "Back In The Game" des Triple der gelungensten Stücke des Longplayers bildet. "Stranger In The Night" beginnt stark mit dem Keyboard-Intro schwächelt aber im weiteren Verlauf etwas. Das folgende "In The City" ist ein typischer Plätschersong, den eigentlich kein Mensch braucht. Beim nächsten Mal bitte lieber die Gesamtlaufzeit etwas verkürzen, und dafür auf unnötige Filler verzichten. "I Long To Rise" beschließt das Album ordentlich, ist jetzt aber auch nicht der Überflieger-Track.

Generell muss man konstatieren, dass HEART LINE auf ihrem Debüt noch die wirklichen, für das Genre aber essentiellen Hits fehlen. Es mangelt an einprägsamen, großartigen Hooklines und Singalong Refrains. Auch Sänger Emmanuel muss in Zukunft noch mal eine Schippe drauf packen, da ist längst (noch) nicht alles Gold was glänzt. Dafür kann die Instrumentalfraktion über weite Strecken überzeugen, speziell Tastenmann Jorris hat einen sehr guten Job gemacht.

 

Fazit:

Der große Wurf ist "Back In The Game" (noch) nicht geworden. Wenn HEART LINE an ihre berühmten Vorbilder WHITESNAKE, FOREIGNER, JOURNEY, WINGER, BAD ENGLISH oder GIANT heranreichen wollen, gibt es auf dem Weg zu künftigen Veröffentlichungen noch einiges zu tun. Eine schlechte Scheibe ist das Debüt der Franzosen dennoch nicht, nur einen bleibenden Eindruck hinterlassen HEART LINE im Moment noch nicht.

 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (12.01.2022)

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