NOCTURNAL GRAVES - An Outlaw's Stand

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VÖ: 07.01.2022
Bandinfo: NOCTURNAL GRAVES
Genre: Death / Thrash Metal
Label: Season of Mist Underground Activists
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits  |  Trivia

NOCTURNAL GRAVES lassen sich nicht in ein Subgenre hineinquetschen. Was sie spielen ist so undefinierbar, wie die Musik von VADER, und genau das macht sie so faszinierend. Die bösen Buben aus Australien stehen schon seit 2004 auf der Bühne, wo sie auch damals in 2007 mit ihrem Debüt „Satans´s Cross“ die Massen begeisterten. Heuer folgt ihr viertes Album namens „An Outlaw´s Stand“, dem die apokalyptische Kraft des Metals, aus Thrash, Death und Black Metal, innewohnt.

Wer schon mal in Blackened Thrash oder Death Thrash hineingeschnuppert hat, ist sicherlich auch über „Satan´s Cross“ gestolpert. Die schiere Neunziger Deathpower des Sängers und die heftigen Gitarrenriffs haben bei so manchen Genickbrüche verursacht, aber NOCTURANAL GRAVE haben an den Stilschrauben gedreht. Im Fokus stehen atmosphärische Black Metal-Einlagen, wie zum Beispiel, in „Death To Pigs“, das mit filmreifer Horrormusik beginnt. Die donnernde Trommelwalze von J.R. kennt man mittlerweile, nur ist sie nicht mehr so auf Zack wie früher. „Command For Conflict“ sind gespickt mit langatmigen Blastbeats, für klassische Offbeats im Thrash Metal-Stil bleibt da kein Platz mehr.
Nun ja, ganz haben sich die Australier nicht vom Subgenre verabschiedet. Hie und da schimmern thrashige Gitarren bei „Across The Acheron“ noch durch, zu dem sich auch gelegentlich Offbeats vom Schlagzeuger dazugesellen. An Biss haben ihre Solos ebenfalls nichts verloren, in „Law Of The Blade“ werden die Gitarren zum Jaulen gebracht, das dem Lied einen fast schon Slayer-ähnlichen Charakter gibt.

 


„An Outlaw´s Stand“ kommt zum krönenden Schluss und erstrahlt im Death Metal Glanz. J.R.´s Gesangsstil in Kombination, mit der schnell-langsam-schnell Rhythmik der Gitarren, schmiegen sich herrlich ans Ohr und lassen Erinnerungen an die Neunziger wieder hochkommen - jede gespielte Sekunde von „An Outlaw´s Stand” schreit: “Long live the Death!

Es ist kein „Satan´s Cross“, bei weitem nicht, denn der Schwenk zu death- und blacklastiger Musik, verdrängen die Thrash-Elemente, die man beim Vorgänger stark zu hören waren. Die musikalische Entwicklung der Band will ich nicht schlechtreden. Ihr Musikstil hat sich verändert und das ist legitim, aber das muss nicht jedem gefallen. Der Neunziger Deathsound ist NOCTURNAL GRAVES´ Markenzeichen und das beweisen sie abermals mit „An Outlaw´s Stand“ lautstark, nur da bleibt nicht mehr viel Platz für hastige Gitarrenriffs und Offbeats á la Thrash Metal. Dieser Einschlag in ihrer Musik ist in abgeschwächter Form erhalten, was ich schade finde. Zum Trost gibt es die Balck Metal-Atmosphäre, die Einzug fand, denn die macht so manches Lied wie „Death To Pigs“ oder „Command For Conflict“ zum Hörvergnügen.

 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (04.01.2022)

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