Goat Torment - Forked Tongues

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VÖ: 29.10.2021
Bandinfo: Goat Torment
Genre: Black Metal
Label: Season of Mist
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits  |  Trivia

Verwesende Leichen laben sich an deinem Bein, während du versuchst aus dem geschändeten Grabesloch, in das du gefallen bist, zu klettern. Angst und Schmerz sind das Einzige, was du fühlst, während du bei lebendigem Leibe aufgefressen wirst. Eine Horrorvorstellung, die mir in den Sinn kommt, wenn ich mir GOAT TORMENTs „Forked Tongue“ anhöre. So bedrohlich und beängstigend, wie es klingt, ist auch ihr Album. Vom guten alten Neunziger Black Metalsound bewegen sich die Herrschaften in die musikalische Moderne, die sich durch doomige Atmosphäre und kleine Änderungen am Gesangstil herauskristallisiert. „Forked Tongues“: eine neue Ära hat begonnen.

Der Labelwechsel hat GOAT TORMENT gutgetan, denn im Vergleich zum traditionell produzierten „Sermons To Death", das von Amor Fati Productions aufgenommen wurde, gibt das neue Album mehr her. Der Bass klingt fetter, die Trommeln wuchtiger - dem klassischen Recordingsound des Neunziger Black Metals wurde abgeschworen. Wenn man „Cursed“ etwas genauer unter die Lupe nimmt, sind die bis aufs Mark erschütternden Trommelschläge nicht zu überhören.
Mixtechnisch hat sich Kwels Gesang ein wenig verändert, er wirkt klarer und steht im Vordergrund - seiner Stimme mehr Ausdruck zu verleihen, ist eine begrüßenswerte Entscheidung.

Vom Liedaufbau her gesellen sich mehr Doom Elemente dazu als früher. Zum Bespiel bei „Ravenous Ghouls“ gibt es, neben schnellen Blast Beats, donnernde Schläge, die anfangs nur gelegentlich, aber mit der Zeit in kürzeren Abständen vorkommen. Das gibt dem Lied im Ganzen eine bedrohliche Atmosphäre, die einem Gänsehaut verpasst. GOAT TORMENT finden dazwischen trotzdem noch Platz für ihre gewohntes High Speeddreschen, doch grundsätzlich gilt: Nicht immer so hektisch, in der Ruhe liegt die Kraft. Das lobe ich mir.

Neues Label, neuer Sound. Von den Veränderungen profitieren GOAT TORMENT und kreieren damit einen diabolischen Klang, den man am ganzen Körper spürt. In letzter Zeit zieht es mich eher zur Thrash Metalfraktion, aber - verdammt nochmal - die Belgier haben etwas an sich, dass ich mir ein Livekonzert unbedingt geben muss. Wahrscheinlich hat mich ihr doomiger Einschlag davon überzeugt, wer weiß, jedenfalls macht man mit dem Kauf von „Forked Tongues“ nichts falsch.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (13.01.2022)

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