NERVOCHAOS - All Colors Of Darkness

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VÖ: 11.02.2022
Bandinfo: NERVOCHAOS
Genre: Death / Thrash Metal
Label: Emanzipation Productions
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits  |  Trivia

Bandenkriege, hohe Kriminalitätsrate und eine korrupte Regierung: Brasilien ist für vielerlei Böses bekannt, aber nichts ist böser als die Metalheads dieses Landes. Die Death Metalband NERVOCHAOS ist eine davon. In „All Colours Of Darkness“ wird einem mit pompösem Getrommel und sägenden Gitarren die Dunkelheit schmackhaft gemacht und Göttern der Krieg erklärt.

Das bereits zehnte Studio-Album ist, für NERVOCHAOS, nicht nur das Ergebnis ihrer Arbeit, sondern eine Herzensangelegenheit, denn für die Produktion sind Topleute aus dem Musikbusiness engagiert worden. Fürs Mischen und Mastern ist Brendon Duffey (NERVOSA, sowie ALMAH) zuständig gewesen und das Artwork stammt von Nestor Alvalos, der auch mit BLOODBATH und MOONSPELL zusammengearbeitet hat.

In der Eröffnungsnummer „Wage War On The Gods“ legen NERVOCHAOS einen pompösen Einstieg hin. Die Melodie im Intro brennt sich ins Gedächtnis ein und der kontinuierlich knallende Offbeat-Wirbel prügelt einen gut durch. Kurz gesagt: ein stimmungsvolles Chaos mit unvergesslichen Gitarrenriffs. So bombastisch geht es mit „All Colours Of Darkness“ weiter, denn ein gewaltiger Doublebeat macht den Anfang, über dem eine bedrohlich klingenden Gitarrenmelodie schwebt. Dann stürzt sich die Band rein ins Vergnügen, indem Stone (Gesang) hastig die Verse ins Mikro rotzt, während die Gitarristen schreddern, als hätten sie einen nervösen Wutanfall. Chaos pur.
Bei so einer hingebungsvollen Arbeit ist es schwer, Mängel zu finden, aber schließlich findet sich doch noch etwas. Musikalisch gesehen klingen „Golden Goblet Of Fornication” und “Gate Of Zax” zu ähnlich und wirken nicht so ausgereift wie die anderen Lieder.

"All Colours Of Darkness" ist ein persönliches Album, das sich mit der dunklen Vergangenheit der Bandmitglieder auseinandersetzt. Das Coverlied "Three Shades Of Black" (Shelton Hank Williams III) ist dafür die richtige Wahl gewesen, weil es auf poetische Weise erklärt, was die Dunkelheit bedeutet:

"Three shades of black is where I come from
Depression, misery, and hellacious fun"


und warum sich Metal Aficionados dazu hingezogen fühlen:

"We are a certain breed and we don't like you
Some are junkies, some are freaks and others are everyday ghouls
No one will ever know what we've been through
And we are proud in the light of the moon"


Ein Statement, das treffender nicht sein könnte.

Die Band hat sich mächtig ins Zeug gelegt und das hört man deutlich. Wenn man an die verblüffende Ähnlichkeit zweier Lieder denkt, ist nicht alles perfekt, aber unterm Strich ist das Album ein Hingucker. Die harten Riffs, dramatischen Beats und dunklen Texte machen „All Colours Of Darkness“ zu einem fabelhaften Höllentrip, den man mit stolzgeschwellter Brust auf sich nimmt.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (04.02.2022)

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