GRAND OLD WRATH - Every Man For Himself

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VÖ: 00.03.2022
Bandinfo: GRAND OLD WRATH
Genre: Technical Death Metal
Label: Mordor Sound-Studio
Lineup  |  Trackliste

Mit „Every Man For Himself“ bringen GRAND OLD WRATH aus dem bayrischen Nördlingen ihre erste Langrille in Stellung. Schuhplattler zum zünftigen Mittanzen und Abwatschen sind auf dieser LP keine zu finden, andererseits wird mit Kulturgut süddeutscher Ausprägung der etwas anderen Art, also Tech Death, aufgewartet.

Alien Grinder“: Einwandfreier technischer Death-Metal, der etwas an ARCHSPIRE erinnert, dem unlängst rezensierten Album von THE LAST OF LUCY jedoch vorzuziehen ist, weil etwa die dezent eingeflochtene Bass-Linie bzw. das Intermezzo geben diesem Gebolze auf hohem Niveau den nötigen Drive. Das Schlagzeug hätte etwas weniger Nähmaschinen-Ausfertigung gut vertragen und ja, den grandiosen NE OBLIVISCARIS wurden ähnliche Kritikpunkte vor den Latz geknallt.  

Prime Delivery": More oft he same. Sehr schön ausgearbeiteter Tech Death mit gutem Spannungsbogen, der Schlagzeuger arbeitete sich nach oben bis zu den High-Hat: Kleiner Wehrmutstropfen ist der Gesang, der wiederum wie Old-Style-Death-Metal der üblichen Verdächtigen intoniert.  

Odium Dotctrine“: Hm, wir scheinen es hier mit der ersten 2022 von dem bescheidenen Rezensenten besprochenen Band zu tun zu haben, die die 4-Punkte-Bewertung überschreitet. Sehr gutes Intro. Die Band weiß um die richtigen Akzentuierungen, es stehen nicht nur technische Geplänkel im Vordergrund, sondern der Song an sich. Okay, der Gesang ist mir zu wenig variantenreich.

King Of The Weak“: Ich weiß nicht, welche Gitarren bzw. Verstärker GRAND OLD WRATH verwendeten, jedenfalls klingen sie für mich zu Beginn etwas zu dünn, „Gibson“ werden es wohl keine gewesen sein, ansonsten guter Tobak.

Giant“: An der musikalischen Ausformung wüsste ich nichts auszusetzen, im Gegenteil, Bass und Gitarren matchen sich ganz wunderbar. Hier wird zur Abwechslung im Duett geshoutet, das geht in Ordnung, würde indessen abermals auf OPETH verweisen, ab und an etwas Klargesang würde den Spin erhöhen.

Every Man For Himself“: Ein Klavier-Gitarren-Intro intoniert, das gut gelungen ist. Der Rest punktet mit gut ausgearbeitetem Brachial-Tech-Death, der die eine oder andere Bridge, um etwas Druck herauszunehmen, durchaus vertragen hätte. In der Band-Bio ist zu lesen, dass die Band sofort positive Kritiken erzielte, vor allem, weil es keinen Clean-Gesang gäbe. Über Geschmack lässt sich…na, lassen wir das.   

Hallocinogenic“: Bis auf die überraschenden, gut passenden Breaks, nichts Neues.

Erasing Degeneration“: Na ja, gegen Ende, es dann doch etwas zu erwartbar und das würde ich als finalen Kritikpunkt anbringen wollen.

Fazit: Gelungenes Album allemal, mit der numerischen Erhöhung der Tracks werden die Überraschungsmomente allerdings weniger. Einigen wir uns, geradeaus, auf vier Punkte. Die für deutsche Tugenden bekannte Tech-Death-Zunft wird Optimierung betreiben (auf Fußball-Großereignisse sei verwiesen), das hieße, beim dritten Album ginge sich eine 5-Sterne-Bewertung aus. Na oisdonn.
 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Richard Kölldorfer (28.02.2022)

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