CYNIC - Ascension Codes

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VÖ: 26.11.2021
Bandinfo: CYNIC
Genre: Progressive Rock
Label: Season of Mist
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Lineup  |  Trackliste

Wie es mit CYNIC weitergehen würde, war längere Zeit unklar – nach dem doppelten Verlust von Drummer Sean Reinert und Basser Sean Malone innerhalb kurzer Zeit (beide starben 2020) und der Tatsache, dass die Band immer wieder verschwand und mit anderen Mitgliedern oder unter anderen Namen wieder auftauchte, war es fraglich, ob es überhaupt neue Musik der Prog-Pioniere geben würde.

Gründungsmitglied und treibende Kraft Paul Masvidal macht aber anscheinend weiter – und hat mit Dave Mackay (Bass, Synths, Keyboards) und Matt Lynch (Drums) das vorliegende „Ascension Codes“ eingespielt. Auch viele Gäste sind vertreten – was die genau machen, ist nicht ganz klar, es gibt jedenfalls unter anderem ein „Reptilian Collective“ (Max Phelps) und „Crystal Bowl Attunements“ (Michael Devin) zu hören.

Musikalisch ist „Ascension Codes“ im Grunde eine weiterer Schritt in die Richtung, die CYNIC schon seit längerem und „offiziell“ auf „Kindly Bent To Free Us“ vollzogen haben: von Death Metal ist nicht viel zu hören, aber das ist jetzt weder überraschend noch eine Qualitätseinbuße. Was neu ist, sind die vielen Zwischentracks – immer wieder werden kurze (etwa eine Minute oder weniger) Interludes eingestreut. Das Album wimmelt dann nur so von Dröhnen, Fiepen, ätherischen Sounds und abgespaceten Frauenstimmen. Gut für die Stimmung!

Das passt nämlich zu den „echten“ Songs, die irgendwo zwischen geschmeidigem Prog, Jazz und dem einen oder anderen rockigen Riff pendeln. Vocals werden immer wieder eingestreut, sind aber eher optional und wie von CYNIC gewohnt kräftig mit Effekten und Vocoder versetzt. „The Winged Ones“ ist eines der Instrumentals, aber trotzdem ein starker Track, der mit smoothen Basslines und beschwingten Jazzlines glänzt, bevor das Ende eher rockig wird. Im Gegensatz dazu ist „Elements And Their Inhabitants“ eher vom Schlagzeug angetrieben. Weitere Höhepunkte sind die Nummern, die quasi „klassisch“ CYNIC sind, mit dieser luftig-leichten Progrock-Attitüde, wie etwa „Mythical Serpents“ oder „6th Dimensional Archetype“; auch „Architects Of Consciousness“ passt dazu, nur mit etwas stärkerem Synth-Fokus. „Aurora“ klingt dann mit den ruhigen Vocals fast schon nach Ballade, während das treibende „Diamond Light Body“ einen würdigen Schlusspunkt setzt.

Während CYNIC heutzutage nicht mehr die Vorreiter-Rolle spielen, die sie mit „Focus“ (und diversen DEATH-Mitwirkungen der Mitglieder) hatten, haben sie mittlerweile einen Weg gefunden, der perfekt zu ihnen passt und wo sie ihre Stärken ausspielen können. Auf „Ascension Codes“ hört man, dass mit CYNIC trotz vieler Nachahmer und aufstrebender Bands, die auf ihren Vorleistungen aufbauen, trotzdem noch zu rechnen ist (wenn sie überhaupt weitermachen – an dieser Stelle: Rest in Peace Sean Reinert & Sean Malone).

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Luka (02.02.2022)

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