GREYHAWK - Call Of The Hawk

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VÖ: 08.02.2022
Bandinfo: GREYHAWK
Genre: True Metal
Label: Fighter Records
Lineup  |  Trackliste

GREYHAWK sind zurück! Wer jetzt fragt, wer zum Geier das ist, der oder die hat offensichtlich vor rund eineinhalb Jahren das Debütalbum „Keepers Of The Flame“ verpasst. Das Ding hatte viele gute Ansätze und bereicherte den Kanon an Bands, die dem guten, alten Heavy Metal der 80er-Jahre mit Fantasy-Texten frönen. Nun schickt die Truppe aus Seattle (Washington) eine Fünf-Track-EP hinterher. Und die Amis ziehen ihr Ding weiter durch: Wieder gibt es ein Fantasy-Cover mit einem muskelbepackten Krieger, der ein Schwert in Flammen hält und einen grauen Raubvogel (vermutlich ein grauer Habicht). Und erneut gibt es epischen Metal zu hören, der im klassischen Heavy Metal der 80er-Jahre à la JUDAS PRIEST, OMEN, MANNILA ROAD, ACCEPT, WARLORD oder auch MANOWAR zu verorten ist. Und der durch den kernig-kauzigen Old-school-Gesang von Rev Taylor heraussticht. Der Mann hat eine recht tiefe Stimmfarbe, unternimmt aber immer wieder technisch sauber Ausflüge in die höchsten Noten. Durchaus ein Alleinstellungsmerkmal für GREYHAWK, ganz gleich, ob man das nun mag oder nicht.

Der Opener „Steelbound“ ist ein ziemlich direkter Headbanger mit coolen Gangshouts und dem Mut zur lässigen Entspanntheit zwischendrin, um so den Bass schön zur Geltung kommen zu lassen. Das Solo ist ebenfalls stark und so hat die Nummer einiges, um Fans der genannten Referenzen zu einem anerkennenden Fußwippen zu verleiten. Das liegt auch am warmen Sound, der im Vergleich zum Debütalbum eine ganze Ecke besser und druckvoller ist. Dank des Sounds wirkt die Musik trotz der klaren Old-school-Kante nicht altbacken.

Stilecht mit Raubvogel-Jagdschrei geht’s rein in „Call Of The Hawk“. Sehr stimmige Nummer von hinten bis vorne. Man hört hier förmlich den Geist des 80er-Metals atmen. Viel Doublebass, nach vorn treibende Gitarrenriffs, dazwischen eine melodiös-atmosphärische Überleitung zum eingängigen Refrain und ein gedoppeltes Gitarrensolo – Old-school-Metal-Herz, was willst du mehr? Man kann förmlich die gereckten Fäuste bei den Konzerten vor Augen sehen.

„Demon Star“ und „Shattered Heart“ reihen sich in das bisherige Klangbild harmonisch ein. Bei „Demon Star“ zeigt die Band, dass sie es schafft, Gesangslinien zu schreiben, die wirken, als würden sie eine Geschichte erzählen, wodurch es eigentlich nie langweilig wird. Dafür sorgt dann schließlich noch eine eingestreute Opernsängerin. Kommt alles schön episch rüber, so auch „Shattered Heart“, das aber etwas abfällt. Dafür funktionieren die Melodien bei „Take The Throne“ wieder besser. Der Abschlusstrack entwickelt sich zum echten Grower mit viel Atmosphäre (auch dank der erneut coolen Backingvocals). Einige Rhythmus-Wechsel sorgen für eine nette Dynamik, die gegen Ende übergeleitet wird in einen Geschwindigkeitsausbruch, der sich gewaschen hat. Dieser Uptempo-Part steht der Truppe grandios zu Gesicht! Gern mehr davon!

Auch diese EP zeigt, dass GREYHAWK Potenzial haben. Das Songwriting wirkt ausgereifter und nicht mehr so arg kauzig wie teilweise auf dem Debüt. Auch haben die Songs durch den besseren Sound mehr Punch. 80er-Metal-Fans mit Spaß an Epic Metal, True Metal oder NwoBHM sollten sich „Steelbound“, „Call Of The Hawk“, „Demon Star“ und besonders „Take The Throne“ anhören.  Sicherlich auch aufgrund ihres Sängers eine Nischenband, die aber ihre Liebhaber finden wird. Man hört der Band an, dass sie Spaß an ihrer Musik haben.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Tobias (14.02.2022)

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