SERIOUS BLACK - Vengeance Is Mine

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VÖ: 25.02.2022
Bandinfo: SERIOUS BLACK
Genre: Melodic Power Metal
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

SERIOUS BLACK. Was 2015 als ambitionierte Powermetal-Supergroup mit großem Staraufgebot begann, und mit drei hochklassigen Alben im Jahrestakt die Hörer erfreute, geriet über die Jahre hinweg ein wenig ins Trudeln. Das seit jeher unstete Lineup schwächte die Gruppe zusätzlich, was sich letztendlich auch im eher durchwachsenen „Suite 226“ Anfang 2020 manifestierte. Als im folgenden Jahr Vokalist Urban Breed (bekanntlich auch nicht unbedingt der einfachste Charakter der Welt...) mitten im Aufnahmeprozess des fünften Studioalbums seinen Hut nahm, wähnte man die zum Trio zusammengeschrumpften SERIOUS BLACK schon am Ende. Doch weit gefehlt – sahen sich Mario Lochert und Co kurzerhand um einen neuen Sänger um und fanden in niemand geringerem als Nikola Mijić (u.a. EDEN'S CURSE) einen mehr als würdigen Ersatz, der auch mit dem älteren Material der Band problemlos zurecht kommen sollte.

Im Vergleich zum Vorgänger gehen SERIOUS BLACK auf ihrem neuen Album „Vengeance Is Mine“ wieder straighter und eingängiger zu Werke, was die Songs deutlich zugänglicher macht. Wähnt man im Titel („Die Rache ist mein“) einen Querschuss gegen den nicht unbedingt in Frieden geschiedenen Ex-Sänger, so zeigt sich im Verlaufe des Albums, dass es sich weniger um Rache, als um eine Vergeltung in Form einer gewissen musikalischen Neuerfindung handelt. Das zeigt sich schon im Opener „Rock With Us Tonight“, der mit recht knackigen, präsenten Gitarren mit satten Sound beginnt, und dazu einen glattten, aber einprägsamen Refrain liefert, der gesanglich erwartbar stark ums Eck kommt. Auch das folgende „Out Of The Ashes“, welches einen kleinen Zacken softer zu Werke geht, liefert eine gute Hookline und einen starken Refrain, was den Song schnell zünden lässt.

In diesem Fahrwasser geht es auch weiter, wie „Fallen Hero“, mit knackiger Struktur und starkem Refrain welcher im Ohr bleibt, reihen sich die schmissigen Songs nur so aneinander. Seien das nun zackig dahin riffende Titel im Stil des Openers, wie „Soul Divider“ und „Just For You“ oder runde Powermetal-Songs mit Ohrwurmpotenzial wie „Senso Della Vita“, „Queen Of Lies“ und „Alea Iacta Est“, fällt vor allem die höhere gesangliche Vielfalt von Nikola Mijić im Vergleich zu Urban Breed auf. Das zeigt sich vor allem in der Powerballade „The Story“, dem ersten veröffentlichten Song mit dem neuen Sänger. Eine höchst epische Sache die gut ins Ohr geht, aber vielleicht nicht so schnell zündet wie die straighteren Songs des Albums - aber gerade was Neu-Sänger Nikola Mijić  hier für ein gesangliches Feuerwerk abliefert, zeigt, warum er mit diesem Titel vorgestellt wurde.

Zwischen verspielten Songs mit prägnanterem Keyboard-Einsatz („Tonight I'm Ready To Fight“, „Album Of Our Life“) und stampfenden Breitseiten in gezügelterem Tempo („Soldiers Of Eternal Light“), stechen aber vor allem die beiden Balladen nachdrücklich hervor. Und aus diesen beiden speziell das mit Epik-Schlagseite versehene „Ray Of Light“, das in den schleppenden Strophen kantiger als zunächst erwartet agiert und mit komplett überraschendem Einsatz von grantigem Geschrei eine wirklich unerwartete, aber höchst willkommene Auflockerung bietet.

Unterm Strich ist die Neuorientierung mit Nikola Mijić vollauf gelungen und das zuletzt schlingernde Supergroup-Schlachtschiff ist mit „Vengeance Is Mine“ wieder voll auf Kurs! Das etwas entschlackte, deutlich straightere Songwriting macht sich bezahlt und sorgt für einen schnellen Einstieg in das Album, welches sich mit seinen haltbaren Refrains dann auch zügig festsetzen kann. Da freut man sich direkt auf den Live-Einstand des neuen Sängers und auch einige ältere Titel in neuer Interpretation zu hören!

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (21.02.2022)

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