NASH ALBERT - Yet

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VÖ: 28.01.2022
Bandinfo: NASH ALBERT
Genre: Alternative Rock
Label: MIG (Made In Germany) Music
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Lineup  |  Trackliste

NASH ALBERT ist ein wenig jenseits unserer sonstigen Review-Jagdgründe. Was mich nicht hindern wird, doch ein paar Zeilen über ihn loszuwerden.

Eine kleine Zeitreise: Geboren in Georgiens Hauptstadt Tiflis, erste Banderfahrung mit SALAMANDRA in Moskau. 1991 Tour nach Amerika. Hier wurde er sehr von Ahmet Ertegun, dem Boss und Labelgründer von Atlantic Records unterstützt.
"Es war eine tolle Erfahrung, Ahmet kennen zu lernen. Seine Familie kommt ursprünglich aus Trabzon (Türkei) aus der gleichen Gegend wie die Vorfahren von Bob Dylan. Die Grenze zu Georgien ist nicht weit, da komme ich her. Und so hatten wir viel Gesprächsstoff neben der Musik." 1994 löste sich SALAMANDRA auf und er blieb noch ein wenig. "Es waren harte Jahre in Amerika, wir konnten von der Musik nicht leben. Wir haben im Straßenbau geschuftet oder in Pubs gekellnert. Das hatte wenig mit Rock'n'Roll zu tun." 1996 gings zurück nach Moskau. Und 2018 kreuzten sich seine Wege wieder mit den von den alten Bandkollegen von SALAMANDRA. Man zog sich ins Studio zurück und voila - manchmal hilft die Bergluft neue Ideen zu frischer Blüte zu treiben.

NASH ALBERT mixt auf dem aktuellen Album "Yet" nicht nur Folk mit Rock, sondern gießt noch ein Quäntchen Blues und Prog-Rock drüber. Insgesamt erinnern mich eine Töne sehr an den frühen BRUCE SPREENGSTEEN ("Betting On My Fate") oder auch an DAVID BOWIE ("Lost in Jerusalem"). 

"Monkey Blues" verspricht nicht nur einen Affenzahn an Tempo, sondern lässt einen schon nach den ersten Takten mit wippen. Und den dazugehörigen Refrain kann man schon nach einmaligem Anhören mitsingen. Also kräftig abbangen.

Wer möchte nicht manchmal den Resetknopf drücken? Nun bei "Love To Resets" geht's einen Tick härter zu als im vorherigen Track, aber die Nummer ist immer noch guter alter Rock'n'Roll.

"Autumn Rain" ist nicht nur für den Herbst tauglich, sondern erinnert ein wenig an eine NICK CAVE-Ballade. Schön smoothiiie mit Kuschelpotential. Doch sobald die Stimme Gas gibt möchte man ein wenig das Tanzbein schwingen – aber gaaaaanz langsam bitte. Genießen ist angesagt.

"Cocaine Hangover" wünscht man ja niemandem, aber das leichte Regengeräusch im Hintergrund mit dem kräftigen Beat kommt sehr gut. 

Sommerlich beschwingt kommt dann auch "Sun Rise" dahergerollt. Schöner Old-School-Rock auf dem Weg zum Paradies.

Mit "I Won't Look Back" gehts wieder in das ruhigeres Fahrwasser der Balladen. Seine tiefe Stimme passt hier hervorragend zu der melancholischen Stimmung des Songs.

"And Yet"??? Ja, Fragen über Fragen – "Somethings special gonna happen" – ich habe schon lange keinen so guten (textlich und instrumental betrachtet) Wohlfühl Rock/Blues gehört. Man hört die Erfahrung und das Gefühl für Musik, die Stimme ist mit hohem Wiedererkennungswert behaftet und insgesamt ist das eine sehr runde Sache. 

Leider gibts keine neueren Videos bei YT. Aber seht selbst: Live geht da was.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Sabine Vollert (01.03.2022)

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