D'VIRGILIO, MORSE & JENNINGS - Troika

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VÖ: 25.02.2022
Bandinfo: D'VIRGILIO, MORSE & JENNINGS
Genre: (nicht klassifizierbar)
Label: Inside Out Music
Lineup  |  Trackliste

NEAL MORSE dürfte zu den Musikern gehören, die wohl den produktivsten Output überhaupt vorweisen können. Ob es nun Soloscheiben sind oder seine Bands TRANSATLANTIC, FLYING COLORS oder die NEAL MORSE BAND, von jeder der Vorgenannten gab es für den geneigten Fan genügend Veröffentlichungen in der aktuelleren Vergangenheit. Während der eine oder andere Spötter mit "Morse of the Same" augenrollend abwinkt, warten seine glühenden Verehrer auf neues Material, welches es meist im kurzen Monatstakt gibt.

Bei D'VIRGILIO, MORSE & JENNINGS wurde im Vorfeld gespannt die Ohren gespitzt, eine erneute Kollaboration mit Ex-SPOCKS BEARD-Weggefährten NICK D'VIRGILIO zusammen mit ROSS JENNINGS von HAKEN ließ ein neues Prog-Epos vermuten. Doch weit gefehlt – sehr weit!

Bei "Troika" leben die drei Protagonisten im Wesentlichen ihre Vorliebe für gediegenen, gesangsbetonten Westcoast-Sound im Stile von CROSBY, STILLS, NASH & YOUNG in meist akustisch gehaltenem Format aus. Die Gesangsharmonien sind fabelhaft und detailliert ausgearbeitet und die meisten Songs zaubern einem ein Lächeln ins Gesicht. Mit Rock oder gar Prog hat das sehr wenig bis gar nichts zu tun, aber wenn man mal eine Scheibe jenseits vom üblichen Rock-Radar sucht, ist man bei "Troika" äußerst gut aufgehoben.

Sicher haben einige Songs wie z.B. "Julia" etwas viel Zuckerguss aber das gehört bei dieser Art von Musik wohl einfach dazu.

              

Die Melodien sind sehr abwechslungsreich und Langeweile stellt sich trotz der gemäßigten Gangart selten ein.

Stücke wie "Everything I Am" oder "You Set My Soul On Fire" setzen sich sofort im Gehörgang fest, andere brauchen etwas länger. 

Als wäre es eine Art Zugeständnis an ihre sonst übliche Zielgruppe wird gegen Ende doch noch kurz ordentlich elektrisch gerockt: "King For A Day" könnte ein poppigerer Song der Langohr-Bärte sein, "Second Hand Suns" erinnert mit seinem schweren Mainriff und der Hammond-Orgel etwas an DEEP PURPLE.  "My Guardian" wäre ein Kandidat für die letzte NEAL MORSE BAND-Scheibe. Spätestens hier kommt der Hörer dann doch etwas ins Grübeln, ob die ruhigere Ausrichtung des Albums denn wirklich die Richtige war – ich hätte durchaus gerne mehr in dieser Richtung gehört. 

"Troika" endet mit dem ruhigen und nachdenklichen "What You Leave Behind" so wie es begonnen hat. 

Unter dem Strich bleibt ein mutiges Werk abseits der üblichen ausgetretenen Pfade der Beteiligten. Hochwertig auf jeden Fall und jedem aufgeschlossenen Musikliebhaber für ruhigere Stunden zu empfehlen.

                   



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (04.03.2022)

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