FIND ME - Lightning In A Bottle

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VÖ: 11.03.2022
Bandinfo: FIND ME
Genre: Melodic Rock
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste

Ah! Das Zuckerguss-Rock-Duo hat wieder zugeschlagen. Das seinerzeit von Frontiers Labelboss Serafino Perugino ins Leben gerufene und sich aus Produzent, Songwriter und Multi-Instrumentalist Daniel Flores sowie Goldkehlchen Robbie Lablanc zusammensetzende Projekt legt mit "Lightning In A Bottle" sein mittlerweile viertes Album vor.

Stellt sich die Frage: Gibt es etwas Neues an der AOR/Melodic Rock Front? Nun, die zehn Eigenkompositionen der aktuellen Scheibe stammen diesmal nicht nur teilweise sondern komplett von Alessandro Del Vecchio, der als Songwriter und Produzent für so namhafte Acts wie JORN LANDE, ISSA, NANOWAR OF STEEL, LABYRINTH und natürlich auch für Frontiers Vorzeige-Combos wie RESURRECTION KINGS und REVOLUTION SAINTS gearbeitet hat.

Weiterhin soll die Coverversion "Far From Over" aus dem Film "Staying Alive" (USA 1983 mit John Travolta in der Hauptrolle) erwähnt werden, für dessen Soundtrack neben den BEE GEES auch Silvester Stallones jüngerer Bruder Frank verantwortlich zeichnete. Der Schauspieler und Sänger landete mit "Far From Over" seinen größten Hit. Der Co-Autor des Stückes, Vince DiCola, ist in der FIND ME Version höchstselbst an den Keyboards vertreten.  

Ansonsten ist im Hause Lablanc/Flores alles beim Alten. Aus den Boxen tönen der Hörerschaft elf Stücke hymnischen AOR/Melodic/Stadion Rocks entgegen, mal mehr, mal weniger keyboardverzuckert, und hin und wieder mit dezenten metallischen Anleihen versehen.

FIND ME machen auf "Lightning In A Bottle" exakt das, was sie am besten können, sie präsentieren dem Auditorium eine großartige Melodie nach der anderen, eingängig und griffig. Musik, die mitreißt aber niemandem weh tut. Der blankpolierte Instrumentalsound wird durch die exorbitant gute Stimme von Herrn Lablanc zusätzlich vergoldet. Der Mann könnte über die Herstellung von Klopapier singen, und es würde sich großartig anhören.

Dazu gibt es die zwei obligatorischen Quoten-Powerballaden ("Back To You", "You And I"), die aber keinen Deut schlechter sind als die flotteren Nummern.

Natürlich muss man sich fragen, ob nach drei Alben des immergleichen Schemas mittlerweile doch hier und da Abnutzungserscheinungen zu verzeichnen sind, und die Musik einen Sättigungseffekt erzeugt. Nun, ich kann nur für mich sprechen. Und für meiner einer klingt "Lightning In A Bottle" einfach so gut, dass die Scheibe auch nach dem x-ten Durchlauf noch nicht zu nerven beginnt.

Ja klar, der Innovationsgehalt liegt bei unter null, Ecken und Kanten sucht man hier vergebens. FIND ME ist von vorn bis hinten durchgestylter Rock, ohne Überraschungen, ja ohne auch nur die kleinste Abweichung vom auf dem Debüt eingeschlagenen Weg. Aber das Material ist von solcher Qualität, dass alle Gegenargumente es nicht schaffen, die Musik die Frontiers Platzhirsches kleinzureden.

 

Fazit:

Wer bislang nichts mit dem Sound von FIND ME anfangen konnte, darf auch um "Lightning In A Bottle" aufgrund der vorstehend niedergeschriebenen Punkte einen Bogen machen. Melodic Rock/AOR Fans, die FIND ME bereits für die drei Vorgängerscheiben ("Wings Of Love" 2013, "Dark Angel" 2015 und "Angels In Blue" 2019) gefeiert haben, dürfen sich auf eine Dreiviertelstunde altvertraute Melodien freuen und werden sicher nicht enttäuscht werden.

 

Anspieltipps:

- "Diana" (Time Warp back to the 80s!)
- "Distant Echoes" (geht locker flockig direkt ins Ohr)
- "Remember (It's Me)" (Stadionrock mit SURVIVOR Schlagseite)
- "Give My Heart" (der Hit der Scheibe)



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (19.03.2022)

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